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Besiegelung der Städtepartnerschaft mit Bad Berka Höhepunkt des Partnerschaftstreffens

Delegationen aus den Partnerstädten

Nach einer morgendlichen Führung durch die Hardenburg (Foto oben) begrüßte Bürgermeister Wolfgang Lutz am vergangenen Samstag die Delegationen aus Wells, Paray-le-Monial, Kluczbork, Kempten und Bad Berka, die zum gemeinsamen Feiern des ersten Wurstmarktwochenendes gekommen waren. „Unser Wurstmarkt wäre nicht komplett, wenn die Partnerstädte nicht bei uns wären“, wies der Bürgermeister darauf hin, dass es schon seit vielen Jahren guter Brauch ist, am Vormarktwochenende gemeinsam zu feiern.

In diesem Jahr allerdings stand vor dem gemeinsamen Mittagessen im Kurhaus ein ganz besonderer Höhepunkt auf der Tagesordnung: die Umwandlung der seit 25 Jahren bestehenden Städtepatenschaft mit Bad Berka in eine Städtepartnerschaft. Die beiden Bürgermeister Dr. Volker Schaedel (Bad Berka) und Wolfgang Lutz (Bad Dürkheim) unterzeichneten im Beisein der Vertreter der anderen Partnerstädte sowie des Ersten Beigeordneten Gerd Ester und der Vertreter der Stadtratsfraktionen eine eigens gestaltete Urkunde.

Wolfgang Lutz erinnerte an das Jahr 1990, als die Patenschaft begründet wurde, um die Verwaltung in Bad Berka beim Aufbau demokratischer Strukturen zu unterstützen. „Damals hat es einige auf die Palme gebracht, dass wieder diejenigen das Ruder in die Hand nehmen wollten, die es auch vor der Wende schon in der Hand hatten“, so Lutz. Der ehemalige Bürgermeister von Bad Berka, Dr. Klaus Lutterberg, habe zu denen gehört, die die Wende konsequent zu Ende bringen wollten und der sich deshalb als Bürgermeister engagiert habe, obwohl er in seinem eigentlichen Beruf als Facharzt vermutlich besser verdient hätte, erinnerte er. Das Zweckbündnis der Anfangszeit habe sich immer mehr zu einer Freundschaft entwickelt und „nun ist es an der Zeit, die Patenschaft in eine echte und gleichwertige Städtepartnerschaft umzuwandeln“.

„Dies ist ein bewegender Tag für mich, ich freue mich sehr, dass wir diese Partnerschafturkunde in meiner Amtszeit unterzeichnen“, meinte Bad Berkas Bürgermeister Dr. Volker Schaedel und wies darauf hin, dass zuvor die Stadträte beider Städte einstimmig beschlossen hätten, dies zu tun. Die Umwandlung werte er als gutes Zeichen dafür, dass die Freundschaft nun schon eine lange Zeit funktioniere. Bad Berka sei auch als Patenstadt stets bei den Partnerstädtetreffen dabei gewesen, was schließlich zur Fortentwicklung der guten Freundschaft beigetragen habe. Am 3. Oktober solle sich in Bad Berka eine weitere Feier anschließen, bei der die neue Städtepartnerschaft ein weiteres Mal besiegelt werde, kündigte er an. Als Geschenk überreichte er dem Dürkheimer Bürgermeister ein Hinweisschild mit Kilometerangabe nach Bad Berka, „damit Ihr immer wisst, wie Ihr zu uns kommt“.

„Die Wende war ein Glücksfall für die Geschichte unseres Landes, deshalb ist das heute ein ganz besonderer Augenblick“, hob Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle hervor. Die Städtepartnerschaft ermögliche Gespräche untereinander und Gespräche seien die Basis dafür, dass auch künftige Generationen im vereinten Europa in Frieden leben können.

Gleich nach dem Mauerfall sei es noch nicht klargewesen, wie sich alles entwickeln würde, meinte Kluczborks Bürgermeister Jaroslaw Kielar. Inzwischen seien die Bürgerinnen und Bürger seit 25 Jahren wirklich frei. „Es gibt nichts Besseres als die Demokratie“ zeigte er sich überzeugt. Geradezu ergreifend war der Dank der polnischen Gäste für das große persönliche Engagement von Wolfgang Lutz für die Partnerschaft zu Kluczbork.

Die Beigeordnete Catherine Clergue, Tochter des leider bereits verstorbenen „Monsieur Charly“ bezeichnete es als Ehre, bei der Partnerschaftsbegründung anwesend zu sein. Ihr Vater wäre sicherlich auch gerne dabei gewesen, erinnerte sie an ihn. Sie wünschte den beiden Städten und dem zum Jahresende scheidenden Bürgermeister Wolfgang Lutz viel Glück in der Zukunft.

Als „glücklich, dabei sein zu dürfen“, bezeichnete sich der Bürgermeister von Wells, Gordon Wilson. Seinen Dank beendete er mit der Erzählung über einen Truppenbesuch der ehemaligen englischen Premierministerin Margaret Thatcher und dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl, bei dem die beiden gemeinsam in einem Panzer saßen und die Detonationen der Geschütze um sie herum nicht einordnen konnten, weil sie schon so an den Frieden gewöhnt waren.

Mit einigen Flaschen einer Scheurebe Spätlese aus dem Jahr 1990, die die Vier Jahreszeiten Winzer eG „aus ihrer Schatzkammer opferten“, wie deren Vorstandsvorsitzender Kurz Freund hinwies, wurde auf die neue Partnerschaft angestoßen. Das sich anschließende gemeinsame Mittagessen legte schließlich die Grundlage für einen langen „Feierabend“ auf dem Wurstmarkt.

Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde

Nach 25 Jahren Städtepatenschaft unterzeichneten der Bürgermeister von Bad Berka, Dr. Volker Schaedel (vorne links), und Wolfgang Lutz, Bürgermeister von Bad Dürkheim (vorne rechts) die Partnerschaftsurkunde. Als „Trauzeugen“ fungierten der Mayor of Wells, Gordon Wilson, der Oberbürgermeister von Kempten, Thomas Kiechle, die Beigeordnete von Paray-le-Monial, Catherine Clergue, Bürgermeister von Kluczbork, Jaroslaw Kielar, und der frühere Bürgermeister von Bad Berka, Dr. Klaus Lutterberg (stehend von links nach rechts)

Eingestellt am 16.09.2015