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Bürgerforum sorgt für volle Brunnenhalle

Auch das Bürgerforum als zweite öffentliche Veranstaltung im Rahmen des Beteiligungsverfahrens „Bau eines Thermalbades / Erweiterung des Salinariums“ am Dienstag der vergangenen Woche war gut besucht. „Ich freue mich auf den heutigen Abend und hoffe, dass es genauso lebendig zugeht wie letzte Woche“, begrüßte Bürgermeister Christoph Glogger gleich zu Beginn die mehr als 140 interessierten Bürgerinnen und Bürger. Nachdem das Thema Kosten in der Presseberichterstattung der davorliegenden Tage eine große Rolle gespielt hatte, wies der Bürgermeister darauf hin, dass die Kosten zum jetzigen Zeitpunkt nur grob geschätzt werden können, da noch keine detaillierte Planung vorliege. „Trotzdem wollen wir schonmal eine Richtung vorgeben und eines kann man sicher voraussagen: unter 22 Millionen Euro werden wir es wohl nicht hinbekommen!“

Ein Bürger äußerte daraufhin seine Skepsis, dass ein bei öffentlichen Gebäuden veranschlagter Kostenbetrag sowieso nie ausreiche. „Die Vorgaben für die Archtiekten müssen Hand und Fuß haben, damit es in der Planungsphase keine großen Änderungen mehr gibt, das ist unter anderem ein Ziel dieses Verfahrens!“ stellte Glogger daraufhin klar.

Nachdem in der Auftaktveranstaltung die grundlegende Kannewischer-Studie im Fokus gestanden hatte, waren beim Bürgerforum die fünf Planskizzen, die aus der Mehrbeauftragung von fünf Architekturbüros hervorgegangen waren, das Hauptthema des Bürgerforums.

Prof. Dr.-Ing Helmut Lerch, der auch der Jury vorangestanden hatte, die die Planskizzen bewertet hatte, erläuterte zunächst die Vorgaben und die verschiedenen Bautypen. Die Spannbreite der Ideen ließe sich gut mit einem Flächenvergleich darlegen. Während eine Planskizze um 500 m² unter der Vorgabe geblieben war, so habe es auch eine gegeben, die fast das doppelte der vorgegebenen Fläche benötigt hatte.

Ein Kriterium der Gesamtbeurteilung sei gewesen, inwieweit eine architektonische Gesamtidee erkennbar gewesen sei. Auch der Bezug zum Umfeld, dem Kurpark und der Isenach sei betrachtet worden. Das Konzept der Erschließung innerhalb des Bauwerks ebenso wie Einzelfunktionen und die Attraktivität der Eingangssituation seien Punkte gewesen, die letztendlich allesamt zu einer Gesamtaussage gebündelt worden seien.

Die Planskizze der 4a Architekten biete ein Optimum an Funktionalität und Flächeneffizienz. Die ebenerdige Erschließung auf relativ kurzen Wegen bei Ergänzung der Angebote auf Galerieebenen sei vorteilhaft, fasste er die Gesamtbeurteilung der von der Jury favorisierten Planskizze zusammen.

Prof. Lerch wies darauf hin, dass die Architekten auf die Möglichkeit des Einbeziehens der Brunnenhalle hingewiesen worden seien, alle Büros jedoch unabhängig voneinander darauf verzichtet hätten. In dem Zusammenhang machte Lerch auch auf den Ensembleschutz aufmerksam, den die Brunnenhalle in Einheit mit dem davor liegenden Gartenbereich mit Brunnen und der gegenüberliegenden Traubenkur genieße. Dieser Punkt führte zu einer lebhaften Diskussion, denn nicht jeder der Anwesenden sah sich dem Denkmalschutz so stark verpflichtet. Der Bürgermeister forderte dazu auf, alle Argumente zu diesem Thema im zweiten Teil des Abends an der entsprechenden Station zu sammeln. „Wenn es tatsächlich ein starkes Votum dafür gibt, dann muss der Stadtrat entscheiden, wie weiter geplant werden soll“, machte er klar.

Eine Bürgerin brachte ihre Sorge darüber zum Ausdruck, dass in einem aus Freizeitbad und Thermalbad bestehenden Komplex nicht die nötige Ruhe zu finden sei, die man sich als Thermalbesucher wünsche. In der Trennung von Freizeitbad und Thermalbad sah auch eine weitere Wortmeldung ein Problem.  Christoph Glogger erinnerte an die Ausführungen von Stefan Studer, der bereits in der Auftaktveranstaltung auf die Notwendigkeit einer klaren baulichen Trennung der beiden Bereiche hingewiesen hatte.

Die Eingangssituation komplett zu verändern und unter Einbeziehung der Brunnenhalle in die Mitte zu verlegen, war die Idee eines weiteren Bürgers. Ein anderer Bürger plädierte dafür, die Sauna im Obergeschoss des Salinariums zu belassen.

Die Salierhalle müsse eh über kurz oder lang abgerissen werden, merkte ein Mann an und schlug vor, dieses Gelände mit einzubeziehen. Der Bürgermeister stellte daraufhin klar, dass die Meinung im Stadtrat eher dahin gehe, die Halle zu sanieren und dafür auch ausreichend Geld in den Haushalt eingestellt worden sei. „Wir wollen die Halle wieder in Schuss bringen“, machte er deutlich, dass Bad Dürkheim die große Veranstaltungshalle benötigt.

Im anschließenden zweiten Teil des Abends konnten sich die Teilnehmer an 12 Stationen zu einzelnen Fragen informieren und erneut ihre Wünsche und Anregungen formulieren. Stark angenommen wurde insbesondere die Außenstation auf der heutigen Liegewiese des Salinariums, bei der mit Flatterband der Umriss des neuen Thermalbadanbaus abgesteckt worden war.

Eine Dokumentation der Veranstaltung mit weiteren Informationen und Fotos wird in Kürze auf der Internetseite www.salinarium2020.de bereit gestellt.

 

Eingestellt am 27.04.2016