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Präsentation der Fronhof-Funde

Fränkische Funde der Ausgrabungen im Neubaugebiet Fronhof im Heimatmuseum im Haus Catoir
Neubaugebiet Fronhof – Wohnen auf historischem Boden
Fraenkisches Graeberfeld

Als bei der Erschließung des Neubaugebietes Fronhof I Ende Mai 2002 mehrere Gräber zum Vorschein kamen, setzte die Bauleitung sofort die zuständige Bodendenkmalpflege in Speyer in Kenntnis. Schnell wurde klar, dass es sich hierbei um ein fränkisches Gräberfeld des 6. bis frühen 8. Jh. n. Chr. handelte. Der Friedhof lag am Nordrand des Baugebietes und erstreckte sich nördlich und südlich der Fronhofallee, im Norden zwischen Pinienweg und Mandelweg, im Süden westlich der Portugieserstraße bis zur Grünanlage. Überrascht war man von der Entdeckung nicht. Seit den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts waren in dem ehemals als Rebenanbaufläche genutzten Areal immer wieder fränkische Funde zu Tage gekommen, die Fundstellenangaben waren jedoch so vage, dass eine genaue Lokalisierung nicht möglich war. Bei den folgenden archäologischen Ausgrabungen konnte bis Mai 2005 eine Fläche von 10000 m² untersucht werden. Eine Ausgrabung dieses Umfanges wäre ohne die gute Zusammenarbeit zwischen Archäologen und Bauleitung sowie die finanzielle Unterstützung der Stadt Bad Dürkheim nicht möglich gewesen, betonte Grabungsleiter Michael Münzer.

Insgesamt wurden 243 Gräber entdeckt. Mit 192 Bestattungen handelte es sich bei der überwiegenden Mehrheit um sog. Erdgräber. Dabei waren die Toten, wie heute auch üblich, in hölzernen Särgen bestattet worden, das Holz jedoch im Laufe der Jahrhunderte vergangen. Da man früher die Spuren der verwitterten Hölzer oftmals nicht feststellen konnte, hat sich der irreführende Begriff eingebürgert. Ab dem 7. Jh. hielt eine neue Bestattungsform Einzug: die sog. Plattengräber. 51 Tote waren in solchen Gräbern beigesetzt worden, die zumeist aus sechs aufrecht stehenden Steinplatten bestanden, die mit weiteren Platten abgedeckt waren.

Zwar war die Mehrzahl der Bad Dürkheimer Gräber bereits im Mittelalter ausgeraubt worden, aber auch in den beraubten Bestattungen fanden sich noch herausragende Funde. Elf aufwändig ausgestattete Gräber waren unversehrt aufgefunden worden. Besonders sie zeigen, wie reichhaltig die Franken ihre Toten für das Jenseits ausstatteten. So enthielt ein Männergrab eine komplette Waffenausrüstung aus Spartha, Sax, Lanze und Schild. In einem Frauengrab fanden sich zwei bronzene Bügelfibeln und zwei mit Almandienen besetzte Scheibenfibeln, mehrere Perlen und drei Gefäße. Doch nicht nur die Ausstattung, auch Lage und Aussehen der Gräber ermöglichen Rückschlüsse auf den sozialen Stand der Verstorbenen und geben so einen Einblick in die differenzierte Sozialstruktur des frühen Mittelalters.

Waren die Funde bis 5. Februar 2006 in der Ausstellung „Archäologische Entdeckungen - Spurensuche 2001 bis 2004. Archäologie in der Pfalz" im Historischen Museum der Pfalz in Speyer zu besichtigen, bot sich den Bad Dürkheimer Bürgern vom 14. März bis 23. April 2006 die Gelegenheit, die Stücke im Heimatmuseum im Haus Catoir zu bewundern. Wie Dr. Britta Hallmann-Preuß abschließend berichtete, wurde diese Gelegenheit von 525 Besuchern genutzt.

Der besondere Dank der Museumsleitung galt Prof. Dr. Helmut Bernhard vom Landesamt für Denkmalpflege, Archäologische Denkmalpflege, Amt Speyer, der die Ausstellung der Frankenfunde vor Ort ermöglichte. Die Ausstellung bildete den Auftakt für eine Reihe von Präsentationen im Heimatmuseum, in denen aktuelle archäologische Funde aus Bad Dürkheim und der Umgebung gezeigt werden sollen.

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