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Projektträger für Gondelbahn ausgewählt

Die Vorstellung und Auswahl eines möglichen Projektträgers für die Bad Dürkheimer Gondelbahn war der zweite und von der Öffentlichkeit mit großem Interesse erwartete Tagesordnungspunkt in der Stadtratssitzung am 29. August.

„Das war eine etwas längere Leidensgeschichte", führte Bürgermeister Christoph Glogger in das Thema ein, „aber heute können wir den gordischen Knoten durchschlagen". Er wies darauf hin, dass die Gondelbahn, die von 1973 an den Wurstmarktplatz mit dem fast 200 Meter höher gelegenen Waldgebiet rund um den Teufelsstein verbunden hatte, seit 1981, also seit nunmehr 36 Jahren, außer Betrieb ist. In der Zwischenzeit sei der Ärger der Bevölkerung über das unschöne Gerippe der Talstation auf dem Wurstmarktplatz gewachsen. Er selbst habe zahlreiche Gespräche mit dem Eigentümer, Peter Schwab, geführt und letzten Endes beim Neujahrsempfang 2017 ein Ultimatum gesetzt: Entweder das Projekt komme ins Laufen oder die Gondelbahn habe ihre letzte Chance erhalten und dann müsse auch die unansehnliche Bauruine weg, hatte er damals klargemacht, dass bis zum Jahresende 2017 eine Entscheidung getroffen sein müsste. „Der Optimismus, dass wir das tatsächlich auf den Weg bekommen, war zunächst klein", gab Glogger zu.

Nach weiteren Gesprächen sei dann im Juni ein Vertrag unterzeichnet worden, der regele, dass Peter Schwab alles zur Verfügung stellt, was er in den letzten Jahren für die Gondelbahn erworben hat, unter anderem 31 Grundstücke und die Überflugsrechte für weitere 35 Grundstücke sowie alle bestehenden Genehmigungen, insbesondere die aus dem am 30. April 2007 in Kraft getretenen Planfeststellungsbeschluss.

„Alles in allem ein gutes Starterpaket für einen neuen Projektträger", so Glogger weiter. Allerdings seien die Erwartungen an diesen hoch: „Wir müssen Vertrauen haben, dass er es bauen und betreiben kann und wir brauchen eine Sicherheit, dass dies in absehbarer Zeit passiert. Außerdem muss er einen Partner mitbringen, der Erfahrungen hat im Bau solcher Anlagen. Und er muss ein Konzept haben, das die Natur rund um den Teufelsstein nicht zerstört, denn das Gelände liegt im Naturpark Pfälzerwald", fasste Glogger die Anforderungen zusammen.

In der vorausgegangenen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses habe man sich angeschaut, welche möglichen Projektträger Interesse am Bau einer neuen Gondelbahn bekundet hatten. Schließlich habe der HFA die Investorengruppe von Mathias Hensel und Dr. Burkhard Wagner als möglichen Projektträger ausgewählt und ihnen die Möglichkeit eingeräumt, sich selbst und das bereits vorhandene Konzept im Stadtrat öffentlich zu präsentieren.

Mathias Hensel stellte die Hensel Projekt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH vor, die vor 11 Jahren den Abenteuerpark „Fun Forest" in Kandel entwickelt und gebaut hatte. Sein Interesse an der Zukunft der Bad Dürkheimer Gondelbahn bestehe schon länger, aber erst durch die neue Vereinbarung des Eigentümers mit der Stadt sehe er die Möglichkeit, selbst in die Realisierung einzusteigen.

Eine Gondelbahn zu bauen sei nicht die Schwierigkeit, „aber wenn man etwas baut, um von A nach B zu kommen, dann muss es etwas geben, weshalb man nach B kommen will", stieg er in das Konzept ein, das die Investorengruppe unter das Motto „Vom Kurpark zum Naturpark" gestellt hat. Die Gondelbahn sei nicht nur für sich eine Attraktion, sondern auch ein Mittel zum Zweck. Ohne wirkliches Ziel könne eine Bergbahn auf Dauer nicht funktionieren, machte er deutlich.

Den Bau der Gondelbahn werde die Doppelmayr Seilbahnen GmbH übernehmen, deren Geschäftsführer ebenfalls mit in die Ratssitzung gekommen war. Mit im Boot sei auch die IUS – Weibel und Ness GmbH, deren Ideen zur Schaffung von Erlebnisräumen rund um den Teufelsstein Uwe Weibel vorstellte. Mit der Attraktion der wiedererweckten Gondelbahn und den Möglichkeiten zur stillen Naherholung im Wald wolle man Erlebnismöglichkeiten für Kinder, Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene verknüpfen. Dazu bedürfe es mehrerer Komponenten, beispielsweise durch Erläuterungen auf Informationstafeln, dem Ermöglichen von Erfahrungen mit Lebewesen und der Einrichtung von Orten zum Spielen. Bei all gehe es darum, die Natur intakt zu halten, um sie an die nächsten Generationen weitergeben zu können.

Hensel selbst stellte die Idee einer Fly-Line als umweltschonende „Bespielung" des Berges vor, eine Art Seilrutsche, die über die vorhandenen Bäume geführt werde ohne diesen zu schaden.

Nicht im Stadtrat dabei, aber in der Gruppe des Projektträgers vertreten ist auch die Firma Hochkant, die sich auf die Konzeption, Planung und den Bau von Erlebnissen spezialisiert hat. Wichtig für die Investorengruppe sei es, ein naturnahes Konzept zu verwirklichen und keine „Kirmes auf dem Berg" zu veranstalten, machte Hensel mehrfach deutlich.

Die Gruppe habe noch viele weitere Ideen, was man machen könne, aber es sei der Berg der Dürkheimer. „Nur wenn wir alle zusammen mit Pollichia, Forst, Umweltverbänden und Stadtrat an einem Strang ziehen, dann wird das Projekt Erfolg haben", appellierte Hensel von vorneherein an ein gutes Miteinander.

Nach einer Aussprache, bei der die Stadträte ihre Eindrücke austauschten und dabei auch Lobesworte für das Engagement des Bürgermeisters fanden, wurde mit nur einer Gegenstimme folgender Beschluss gefasst: „Der Stadtrat benennt die Investorengruppe Mathias Hensel und Dr. Burkhard Wagner als Angebotsempfänger für den Kaufvertrag vom 26. Juni 2017 mit Herrn Peter Schwab, Bad Dürkheimer Gondelbahn GmbH."

Damit beginnt für die neuen Projektträger nun die heiße Phase der Planung. Nach einer vorsichtigen Schätzung kalkuliert Dr. Burkhard Wagner hierfür ein Jahr. „Die Planungsgrundlagen beziehen sich auf 2001, aber wir werden heute keine Bahn bauen, wie sie damals gebaut worden wäre", machte er klar. Deshalb seien noch etliche Schritte zu erledigen, bevor der erste Spatenstich erfolgen könne. Zudem sollen auch die Verbände und die Dürkheimer Bevölkerung einbezogen werden. Hensel zeigte sich noch etwas optimistischer: „Mein Traumziel für die Inbetriebnahme ist Ostern 2019."

Weitere Informationen und die Präsentation der Projektträger können im Bürgerinformationssystem eingesehen oder heruntergeladen werden.

05.09.2017