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Sonderausstellung - Die große Welt der kleinen Margarinefiguren

Margarinefiguren

Von "Sammlerherzblut" und Sammlerglück der 40er bis 60er Jahre

Einst fand man sie in sämtlichen Dürkheimer Kinderzimmern, jede Puppenmutti sammelte und tauschte sie, in großer Zahl zierten sie die Fensterbretter der Küchen und Stuben. Noch heute bekommen viele Sammlerinnen und Sammler von damals nostalgische Gefühle, wenn sie die kleinen Plastikfiguren wieder in die Finger bekommen. In der Tat erfreuten sich die Werbezugaben der beiden großen Kaffee-Fabriken, die damals in Bad Dürkheim ansässig waren, großer Beliebtheit: Die kleinen Blumen der Firma DÜKA oder das Puppengeschirr der Firma Quieta - heute sind sie allesamt heiß begehrte Sammlerobjekte.

Die kleinen Figuren waren allerdings keine reine Dürkheimer Eigenart. Die Geschichte der sogenannten „Margarinefiguren“ geht zurück in die Anfänge der 1920er Jahre. Angesichts einer wachsenden Konkurrenz begannen Margarinehersteller damit, ihren Produkten Werbegeschenke beizufügen, um so die Kunden an sich zu binden. Die Palette umfasste sowohl Bilder als auch Figuren aus unterschiedlichen Materialien. Am üblichsten waren kleine Figürchen aus elfenbeinfarbenem Kunststoff. Die kleinen und besonders fein gearbeiteten Miniaturen wurden in großem Stil industriell gefertigt. Dennoch lassen sie eine unglaubliche Liebe zum Detail erkennen.

Schon damals war diese Werbeidee allerdings nicht neu: Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Firma Liebig mit großem Erfolg damit begonnen, ihren Fleischextrakt mit Papierbilderserien und eigenen Sammelalben zu vermarkten („Liebigbilder“).

Immer mehr Hersteller versuchten, mit dieser Strategie den Sammeltrieb ihrer kleinen und großen Kunden zu wecken. So gab es Figuren bald auch zu Tabak, Kaffee und anderen Waren. Die Palette gestaltete sich so vielfältig, dass sich heute daraus verschiedene Sammlergebiete entwickelt haben: Märchenfiguren, Zirkusszenen, Eisenbahnen, Sportereignisse und vieles mehr.

Seit vielen Jahren hat sich das Ehepaar Theresia und Heiner Hemmer aus Oberarnbach dem Sammeln dieser kleinen Kostbarkeiten verschrieben. Wie viele Figuren die breit angelegte Sammlung der Familie Hemmer tatsächlich umfasst, weiß man dort selbst nicht so genau, aber es geht wohl in die Tausende. Das Stadtmuseum präsentierte einen Teil dieser Sammlung sowie einige Exponate aus den eigenen Beständen.

Für die Ausstellung wurden vor allem Margarinefiguren ausgewählt, mit denen auch die beiden Dürkheimer Kaffeefabriken die Sammelleidenschaft ihre Kundschaft angefacht haben. Eine liebevoll-verspielte Schau nicht nur für alle Nostalgiker, die sich vielleicht noch selbst an diese Zeit erinnern, sondern auch für jene, die sich einmal anschauen wollen, wie die Vorläufer der „Ü-Eier“ ausgesehen haben, die schon die Eltern und Großeltern in den Sammelwahn trieben.

Die Ausstellung war vom 27. November 2015 bis zum 31. Januar 2016 im Stadtmuseum zu sehen. Die Ausstellungseröffnung fand am 27. November um 18 Uhr statt.