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Stadtmuseum feierlich eröffnet

Kulturdezernentin Heidi Langensiepen, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Prof. Dr. Konrad Wolf, Bürgermeister Christoph Glogger bei der Eröffnung

Im Anschluss an eine rund zweistündige Feier im Dürkheimer Haus mit Grußworten, Reden und musikalischer Umrahmung durch die Saxofonmafia der Musikschule unter Leitung von Frank Metzger, wurde am vergangenen Sonntag das Stadtmuseum im Kulturzentrum Haus Catoir offiziell eröffnet.

„Es ist ein richtig schönes Museum geworden, ein Museum, in dem es viel zu sehen und zu entdecken gibt und das über die Grenzen der Stadt hinaus Bedeutung erlangen wird“, so Bürgermeister Christoph Glogger bei der Begrüßung der Gäste. Sein Dank galt dem Land Rheinland-Pfalz „das uns kräftig unterstützt hat“, der Kulturdezernentin, „die mit Hartnäckigkeit um ihr Museum gekämpft hat“, der Museumsleiterin, „die damit einen Lebenstraum verwirklichen konnte“, dem Bauamtsleiter, „ohne den das Ganze nicht hätte stattfinden können“ und „allen, die zum Erfolg dieses Museums beigetragen haben“.

Als sehr wichtige Ergänzung der Museumslandschaft bezeichnete der rheinland-pfälzische Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Professor Dr. Konrad Wolf, das neue Stadtmuseum. Eine solche Einrichtung stifte regionale Identität und gehöre zu den ganz wichtigen außerschulischen Lerneinrichtungen. Allerdings habe ein Museum heutzutage nur noch wenig mit dem zu tun, was man früher als Heimat und Brauchtum charakterisiert habe. „Museen müssen sich verändern, wollen sie ihrem Bildungsauftrag gerecht werden“, machte der Minister deutlich. Deshalb habe das Land gerne bisher insgesamt 200.000 Euro für das Stadtmuseum zur Verfügung gestellt.

„Aus Sicht unseres Verbandes hat das Stadtmuseum einen Quantensprung vollzogen“, zeigte sich Jürgen Birk als Vertreter des Museumsverbandes Rheinland-Pfalz e.V. insbesondere über die hochwertige Ausstattung und die konsequent umgesetzte Barrierefreiheit und alle Maßnahmen der Inklusion begeistert.

Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld überbrachte die Glückwünsche des Landkreises. „Die moderne Form der Präsentation hat den Muff vergangener Zeiten abgelöst.“ Er hob hervor,  dass es heutzutage nicht mehr nur darauf ankomme, alte Gegenstände auszustellen. Das neue Stadtmuseum werde die Identität der Stadt und des Landkreises stärken, war er sich sicher.

Dr. Ulrich Himmelmann von der Landesarchäologie in Speyer zeigte sich glücklich, mit Bad Dürkheim als Partner zusammenarbeiten zu können. „Kultur ist Mannschaftssport, die Zusammenarbeit macht Spaß! Gemeinsam haben wir bereits archäologische Highlights definiert, die zurzeit in Speyer aufgehoben werden, aber hier in Bad Dürkheim ausgestellt werden sollten“, deutete er die Fortführung der Zusammenarbeit an.

Dr. Frank Wieland, Leiter des Pfalzmuseums für Naturkunde, überbrachte die Glückwünsche  der benachbarten Einrichtung und erläuterte, dass die Geschichte der beiden Häuser eng miteinander verknüpft ist. So seien die Sammlung der POLLICCHIA ebenso wie die des Altertumsvereins in der Anfangszeit gemeinsam im Stadthaus untergebracht gewesen.

Kulturdezernentin Heidi Langensiepen erinnerte zunächst daran, dass die Stadt Gebäude und Grundstück des Kulturzentrums bereits 1978 von der Familie Kratz-Catoir erworben hatte, im Jahr 1984 der erste Bauabschnitt mit dem Heimatmuseum eingeweiht wurde und dass seit 1987 Musikschule, Offene Werkstatt, Stadtbücherei und Heimatmuseum unter dem Dach des Kulturzentrums vereint sind.

„Nur 4 m² können raumgreifende Veränderungen auslösen!“ erläuterte Langensiepen  den ursprünglichen Wunsch, durch die Mitnutzung eines kleinen Abstellraums im Dachgeschoss die Ausstellungsfläche der archäologischen Abteilung etwas zu vergrößern. Da der Zahn der Zeit aber bereits an der Präsentation genagt habe, sollte auch der vorhandene Raum neu konzipiert werden. Im Kulturausschuss sei dann der Wunsch geäußert worden, zunächst einen Fahrstuhl zu bauen, was allerdings wegen der Enge der Römerstraße und der Tatsache, dass das Gebäude als Kulturdenkmal unter Schutz steht, nicht möglich sein würde. Schließlich habe der Stadtrat auf ihren Vorschlag hin entschieden, das leer stehende Nachbargebäude Römerstraße 22 zu erwerben, jedoch nur, wenn Zuschüsse für den Ankauf und die weiteren Maßnahmen gewährt würden. „Inzwischen dürfen wir uns für die höchstmögliche Förderung, nämlich 50 Prozent, beim Land bedanken“, hob Langensiepen hervor.

„Manch große Veränderung fängt tatsächlich klein an: Bei uns entfaltet eine 4 m² große Ursache schließlich Wirkung auf 700 m²“, blickte sie auf die enge Putzkammer zurück, die schließlich Auslöser für ein neues weites Museum – und einen Fahrstuhl – gewesen sei. Im Stadtmuseum wolle sie gerne dem Rat Karl Friedrich Schinkels aus dem Jahr 1830 folgen „erst erfreuen, dann belehren.“

Für die Museumsgesellschaft, der Nachfolgerin des Altertumsvereines, sprach deren Vorsitzender, Gerhard Eckstein. Er erinnerte daran, dass schon 1872, im Gründungsjahr des Altertumsvereines, engagierte Bürger Sammlungsstücke für eine Ausstellung zusammengetragen hatten; darunter seien auch der bekannte Dürkheimer Dr. Hugo Bischoff sowie einige jüdische Mitbürger gewesen. Das damals bereitgestellte Geld sei durch die Inflation restlos aufgebraucht worden. „Es gab Zeiten, in denen Bürgerinnen und Bürger nicht in einer Wohlstandsgesellschaft gelebt haben“, erinnerte er auch an die Zeiten, die er selbst noch als Kind erlebt hatte. Oft sei es schwer, die Vergangenheit zu vermitteln, wusste er aus eigener Erfahrung zu berichten. „Allein die Kenntnis der Vergangenheit ist aber der Schlüssel für die Gegenwart“, zeigte sich Eckstein überzeugt.

Dieter Petry, Fachbereichsleiter Bauen, führte mit seiner Fotopräsentation „Blitzlichter vom Bau“ die Verwandlung des Gebäudes Römerstraße 22 hin zu einem neuen und attraktiven Bestandteil des Kulturzentrums Haus Catoir deutlich vor Augen. „Kaum hatten wir ein Problem aus dem Weg geräumt, kam schon das nächste“, verdeutlichte Petry den schwierigen Weg. Unterschiedliche Deckenhöhen, nicht aufeinander abgestimmte Geschossebenen, kleinteilige Raumgestaltung, unterschiedlichstes Mauerwerk mit integrierten Holzstützen und Wände, bei deren Durchbruch man Einblicke in das Nachbargebäude erhalten habe, waren einige davon. Auch Fundamente seien neu geschaffen worden, weil Kellerwände auf dem zum Nachbargebäude gehörenden Kellergewölbe gründeten. Die Planung sei keine rein bauliche gewesen, sondern stets in enger Abstimmung mit der Museumsleitung erfolgt, hob er hervor.

„Sie sehen mich dankbar, glücklich und auch ein wenig stolz vor Ihnen stehen“, so die Museumsleiterin, Dr. Britta Hallmann-Preuß. Dankbar sei sie allen, die dazu beigetragen hatten, „dass wir heute den ersten von zwei Abschnitten der Erweiterung des Stadtmuseums der Öffentlichkeit übergeben können“. Als dessen Leiterin sei sie selbstverständlich glücklich, denn es sei nicht gerade alltäglich, dass sich eine Ausstellungsfläche um etwa die Hälfte erhöht. „Auch die Chance, ein Museum fast von Grund auf neu zu konzipieren, gehört eher in das Reich der Träume. Und solche Träume werden in der Regel nur einmal im Leben wahr!“

Mit dem neuen Foyer verfüge das Stadtmuseum nun über einen großzügigen Eingangsbereich mit allen notwendigen Einrichtungen. Eine Abteilung zur historischen Entwicklung der Stadt sei ebenfalls seit langem ein Wunschprojekt gewesen. Ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadtgeschichte habe man im Salz gefunden. „Mit der Nutzung der salzhaltigen Quellen sind wir hier entlang der Weinstraße im wahrsten Sinne des Wortes allein auf weiter Flur. Das Salz war es, das die so abwechslungsreiche Entwicklung der Stadt durch alle Zeiten mit prägte,“ erläuterte sie. Zugleich könne das Museum eingehender auf die Entwicklung des Kurwesens sowie die Saline und die Gradierbauten eingehen. Auf besonderes Interesse sei dieses Vorhaben beim Förderverein Gradierbau gestoßen, der auf ein eigenes Museum am Gradierbau verzichtet und das Stadtmuseum in jeder Hinsicht großzügig unterstützt habe.

„An Ihnen, meine Damen und Herren, ist es jetzt, unser Haus mit Leben zu füllen, kommen Sie, schauen Sie, nehmen Sie sich etwas Zeit. Mein Tipp: Kommen Sie öfter vorbei!“ forderte sie die Bevölkerung auf, das Museum in Besitz zu nehmen.

V. l. n. r.: Museumsleiterin Dr. Britta Hallmann-Preuß, Prof. Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Kulturdezernentin Heidi Langensiepen, Bürgermeister Christoph Glogger und Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld bei der Museumseröffnung am vergangenen Sonntag.

V. l. n. r.: Museumsleiterin Dr. Britta Hallmann-Preuß, Prof. Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Kulturdezernentin Heidi Langensiepen, Bürgermeister Christoph Glogger und Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld bei der Museumseröffnung am vergangenen Sonntag.

 

Eingestellt am 13.07.2016