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Vernetzt beim Pflegetisch

Über die Einrichtung eines Pflegetisches Bad Dürkheim informierten in der vergangenen Woche Heike Daiber und Martin Franke vom Pflegestützpunkt Bad Dürkheim gemeinsam mit Bürgermeister Christoph Glogger bei einem Pressegespräch.

„In den letzten drei Jahren sind die Pflegerichtlinien durch drei neue Pflegestärkungsgesetze massiv verändert worden", erläuterte Martin Franke. Deshalb habe das Bundesministerium für Gesundheit „Regionaldialoge" initiiert, bei denen schnell deutlich geworden sei, dass Vernetzung und Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung der Regelungen und die Anwendung der neuen Möglichkeiten ist. Deshalb habe das Bundesministerium seit kurzer Zeit das Angebot geschaffen, sich um finanzielle Mittel für solche als „Pflegetische" bezeichnete örtliche Netzwerke zu bewerben. In diesen Netzwerken sollen sich Personen, die mit Pflege in irgendeiner Weise zu tun haben, wie beispielsweise Ärzte, Pflegedienste, Sanitätshäuser, Apotheken, Physiotherapeuten, Betreuungsvereine, Seniorenbüro, DRK und Medizinische oder Sozialpsychiatrische Dienste, austauschen und gegenseitig unterstützen können.

Diese Möglichkeit habe man aufgegriffen und sei sehr froh gewesen, dass die Bestätigung der Förderung eines Pflegetisches Bad Dürkheim gekommen sei, ergänzte Heike Daiber. „Der Beratungsbedarf ist enorm gestiegen", wies sie hin, dass man aus diesem Grunde nun alle angesprochenen Berufsgruppen zur konstituierenden Sitzung des Pflegetisches Bad Dürkheim am Donnerstag, 23. November ins Rathaus eingeladen habe. Etwa dreißig Personen hätten sich bislang angemeldet, weitere seien willkommen. Die Moderation dieser ersten Sitzung habe das Bundesministerium durch seine Förderung übernommen, aber es sei nicht geplant, Monologe zu führen, sondern gemeinsam das weitere Vorgehen zu erarbeiten.

„Ich finde, Pflege ist ein so wichtiges Thema, dass wir es auch vor Ort voranbringen müssen, obwohl wir als Stadt formal keine Zuständigkeit haben", so Bürgermeister Christoph Glogger, der die Schirmherrschaft für den Pflegetisch übernommen hat und auch unbedingt daran teilnehmen möchte. Es gehe dabei in erster Linie darum, zu reflektieren, was man vor Ort verbessern könne. „Ich hoffe darauf, dass alle sagen, das war gut, das wollen wir fortsetzen, wir treffen uns künftig regelmäßig", unterstrich er, dass es sich um ein dauerhaftes Projekt handeln soll. „Pflege ist ganz wichtig für die Lebensqualität vieler Menschen, aber ein unglaublich komplexes Feld. Auch wenn es durch die neuen Gesetze kompliziert geworden ist, so ist dadurch doch eine deutliche Verbesserung für alle Betroffenen erreicht worden", erläuterte er.

Zur Sache: Was ist eigentlich ein Pflegestützpunkt?

Pflegestützpunkte sind wohnortnahe Anlaufstellen, die im Jahr 2009 eingeführt wurden, um unabhängige und kostenfreie Beratung und Information zum Thema Pflege für Betroffene und Angehörige sicherzustellen. In Rheinland-Pfalz wurden diese Beratungsstellen für Bereiche von jeweils 30.000 Einwohnern eingerichtet.

Der Pflegestützpunkt in Bad Dürkheim ist auch für die Verbandsgemeinde Freinsheim zuständig und wird getragen vom Land Rheinland-Pfalz, dem Landkreis Bad Dürkheim, den Kranken- und Pflegekassen und der Christlichen Sozialstation.

Untergebracht ist der Pflegestützpunkt im Mehrgenerationenhaus in der Dresdener Straße. Wer sich beraten lassen möchte, sollte unbedingt zuvor einen Termin vereinbaren, denn die Berater sind oftmals auch bei Terminen außer Haus. Ansprechpartner sind Heike Daiber, Tel 9108866 und Martin Franke Tel. 9108865.

Artikel eingestellt am 22.11.2017