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Zukunft der Gondelbahn weiterhin unsicher

„Heute wird es keine endgültige Antwort auf die Frage geben, ob die Gondelbahn kommt oder nicht", so Bürgermeister Christoph Glogger zu Beginn des Tagesordnungspunkts 7 der Stadtratssitzung am 24. Oktober. Man wolle sich aber in der Sitzung von den möglichen Gondelbahn-Investoren über den aktuellen Stand der Planungen informieren lassen. Erst wenn diese sagen, dass es losgehen kann, werde sich der Stadtrat mit der Erstellung eines Konzeptes rund um den Berg beschäftigen, erläuterte er.

Glogger begrüßte Mathias Hensel und Dr. Burghardt Wagner, die zwei Monate zuvor mit ihrem Konzept „Vom Kurpark zum Naturpark" vom Stadtrat als möglicher Projektträger für die Bad Dürkheimer Gondelbahn ausgewählt worden waren.

„Anfangs sah ich weniger das Problem im Bau der Gondelbahn, sondern eher in der Frage, was wir am Berg machen können, damit die Leute mit der Gondelbahn fahren", begann Matthias Hensel seinen Bericht.
Es sei unklar gewesen, wie Naturschutzverbände und Forst zu dem Projekt stehen würden. Also habe man in den vergangenen zwei Monaten Gespräche geführt und dabei durchaus das Gefühl bekommen, dass das Angebot der Investoren, die Planung gemeinsam mit den Umweltverbänden zu entwickeln, positiv ankam.

Schnell habe sich herausgestellt, dass die im Planfeststellungsbeschluss genehmigte Planung des aktuellen Eigentümers Peter Schwab nicht funktionieren werde. So seien die von Schwab vorgesehenen 6er-Gondeln nicht mehr zeitgemäß, heute müsse man größere 10er-Gondeln einsetzen, dafür nicht mehr so viele wie geplant, erläuterte Hensel. Größere Gondeln benötigten allerdings auch einen größeren sogenannten „Lichtraum", im konkreten Fall eine Trasse von 16 Metern Breite im Gegensatz zu den in den Grunddienstbarkeiten der überflogenen Grundstücke eingetragenen 12 Metern. Dies sei eine große Hürde, brauche man zu einer Änderung doch auf jeden Fall die Zustimmung aller betroffenen Grundstückseigentümer, machte Dr. Burkhard Wagner deutlich.

Am 19. Oktober habe eine Eigentümerversammlung stattgefunden, bei der man ehrlich informiert habe und deren Stimmung Wagner als „überwiegend positiv" bezeichnete. Zwei kritische Stimmen habe es gegeben und nicht alle Eigentümer seien bei dem Termin anwesend gewesen, so dass man nicht wisse, wie diese zu dem Projekt stehen.

Gemeinsam mit dem Chef der Firma Doppelmayr, die die Gondelbahn bauen solle, sei er erst kürzlich unterwegs gewesen und habe sich verschiedene Gondelbahnen angeschaut, erzählte Matthias Hensel. Schnell sei klar geworden, dass man heutzutage barrierefrei, also ebenerdig bauen müsse. Die Ursprungsplanung von 2001 sehe vor, dass die Gondeln aus dem zweiten Stock abfahren und die Besucher über eine Treppe hinaufsteigen oder mit einem kleinen Aufzug hinaufbefördert werden. Baue man die Station ebenerdig, so sei aufgrund der Höhenentwicklung eine Verlegung der Talstation um gut 20 Meter „nach hinten", also Richtung Wurstmarktplatz, nötig.

Auch könnten die Gebäude der Berg- und der Talstation aus Sicht von Hensel und Wagner deutlich kleiner als vorgesehen gebaut werden. Eine Änderung, die man als positiv bezeichnen kann, aber auch dabei handelt es sich um eine Änderung gegenüber dem gültigen Planfeststellungsbeschluss.

Deshalb müsse nun zunächst geklärt werden, ob es sich bei den beabsichtigten Änderungen um kleinere Änderungen handelt, die der Landesbetrieb Mobilität (in diesem Fall die Genehmigungsbehörde), mit dem bereits mehrere Gespräche geführt worden seien, mit einer Plangenehmigung (so bezeichnet man kleinere nachträgliche Änderungen an einem rechtskräftigen Planfeststellungsbeschluss) realisierbar machen würde oder ob der LBM die Änderung als eine größere einschätzt und ein komplett neues Planfeststellungsverfahren verlange. Ein solches neues Verfahren würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit heutzutage negativ enden, machte Wagner deutlich. Zur Klärung dieser wichtigen und grundlegenden Fragen werde man im November weitere Gespräche mit dem LBM und mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd führen, deren Zustimmung der LBM für eine Plangenehmigung voraussetze.

Auch die Stadt müsse neu überlegen, ob das für eine ebenerdige Bebauung benötigte Grundstück auf dem Wurstmarkt-Platz zur Verfügung gestellt werden könne, war aus der Runde des Stadtrates zu hören. Die Diskussion darüber werde geführt, wenn die Gespräche mit SGD und LBM zu einer positiven Klärung geführt haben, schloss sich Christoph Glogger der Empfehlung von Matthias Hensel an.
„Ich würde das Projekt gerne zum Erfolg bringen, habe aber leider leichte Bauchschmerzen", meinte Hensel.