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Co-Working Space für Bad Dürkheim

Gründer, Freiberufler, Agenturen oder Kreative, die vorübergehend einen oder mehrere Arbeitsplätze oder einen Besprechungsraum benötigen, sollen künftig auch in Bad Dürkheim fündig werden. Unter dem vielversprechenden Namen „domiZiel_duew“ wird die Stadt Bad Dürkheim im kommenden Jahr einen sogenannten Co-Working Space im Gebäude Mannheimer Straße 16a einrichten. Aufbau und Betrieb soll durch Personal aus dem Bereich der Wirtschaftsförderung erfolgen. Dies hat der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, 8. Dezember einstimmig beschlossen. Dabei wurde zugleich festgelegt, dass alle zwei Jahre geprüft werden muss, ob das Projekt bei der Stadt angesiedelt bleiben oder besser in private Hände übergeben werden sollte.

„Natürlich ist das für uns ein Experiment, es ist in jedem Fall ein Einstieg in die Arbeit der Zukunft. Die Arbeitswelt verändert sich enorm und wir sollten als Stadt gute neue Formen der Zusammenarbeit unterstützen“, hatte Bürgermeister Christoph Glogger zuvor in das Thema eingeführt. Wirtschaftsförderer Marcus Brill berichtete, dass bereits einige Existenzgründer mit der Nachfrage nach solchen Arbeitsplätzen an die Stadt herangetreten seien. Viele erfolgreiche Co-Working Space-Projekte in der Region seien durch die Kommunen initiiert worden, würden in der Folge allerdings als eigene Wirtschaftsbetriebe geführt. Die zentral am Bahnhof liegenden Räume seien seit längerer Zeit ungenutzt und müssten sowieso renoviert und modernisiert werden, wofür bereits 80.000 Euro im Haushaltsplan vorgesehen seien. Für die Ausstattung der Arbeitsplätze stünden noch 55.000 Euro aus dem ISE-Fonds zur Verfügung, die ursprünglich für die Umsetzung eines Beleuchtungskonzeptes für die Innenstadt verwendet werden sollten. Die Umsetzung dieses Konzeptes sei aber derzeit nicht absehbar, wies Brill hin.

Momentan habe die Stadt in dem Gebäude mehrere Mitarbeiter des Fachbereiches 4 untergebracht, wodurch diesen Corona-konforme Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt werden könnten. Ziel sei es, die nötigen Umbauarbeiten ab Juli des kommenden Jahres durchzuführen. Die Vermietung der acht Arbeitsplätze könne dann ab 1. Oktober stunden-, tage-, wochen- oder monatsweise erfolgen. Dabei werde eine Kostendeckung angestrebt, wofür ein durchschnittlicher Ertrag von rund 160 Euro pro Arbeitsplatz und Monat erforderlich sei. Brill rechnete vor, dass bei einem jährlichen Aufwand von 31.950 Euro und Erträgen von 18.000 Euro pro Jahr Kosten von 13.950 Euro auf die Stadt zukämen. Allerdings seien darin 9000 Euro Personalkosten der Wirtschaftsförderung enthalten, die ja nicht zusätzlich anfallen, so dass letztendlich nur knapp 4000 Euro an Kosten entstehen. Für die Stadt und insbesondere die Wirtschaftsförderung ergebe sich allerdings durch den unmittelbaren Kontakt zu den Geschäftsleuten ein großer Mehrwert.

„Wir sind sehr gespannt, wie sich der Co-Working Space entwickeln wird. Ich freue mich, dass Bad Dürkheim hier wieder eine Vorreiterrolle einnimmt und ein Angebot schafft, das bislang nur in größeren Städten zu finden ist“, freute sich Christoph Glogger nach dem einstimmigen Beschluss.

Die Sitzungsvorlage und weitere Informationen stehen im Bürgerinformationssystem unter https://ratsinfo.desvdue2.de/buergerinfo zum Download bereit.