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Brunnenhalle kurz vor Baugenehmigungsverfahren

In der Bauausschusssitzung am vergangenen Donnerstag stellte die Rittmannsperger Architekten GmbH die fertige Planung für den Umbau und die Sanierung der Brunnenhalle vor. Gleichzeitig informierte die Kohnen Berater & Ingenieure GmbH & Co. KG über die Ergebnisse des von der Stadt beauftragten Lärmgutachtens.

„Der Umbau der Brunnenhalle ist ein Projekt, an dem wir schon seit vielen Jahren arbeiten und mit dem wir zügig vorankommen wollen, denn unsere Tourist Information benötigt dringend eine neue Herberge“, wies Bürgermeister Christoph Glogger hin. So war zuletzt im November im Ausschuss über die Planung diskutiert worden und die Architekten mit zusätzlichen Aufgaben, wie beispielsweise der Herstellung der Barrierefreiheit für die Mitarbeitenden der Tourist Information, beauftragt worden.

Gleichzeitig handele es sich um ein sehr wichtiges Projekt für die Ausrichtung der Stadt im kulturellen Bereich, mit dem auch eine gastronomische Nutzung verbunden werden solle. Das Projekt sei jedoch nicht ganz unproblematisch, denn es ginge ja auch darum, die Nutzung der Brunnenhalle verträglich für die Nachbarschaft zu gestalten. Nun sei die Planung so weit vorangeschritten, dass in der kommenden Woche der Bauantrag eingereicht werden könne. Glogger bedankte sich bei dem Architekturbüro, „das diesen ganzen Prozess so geduldig begleitet hat“ und bei Guido Kohnen, der bei der Vorstellung des Lärmgutachtens deutlich machte, welche Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes verträglich möglich sei.

„Wir sind guten Mutes, dass wir einen gut ausgearbeiteten Bauantrag haben, der sicherlich genehmigungsfähig ist und der zugleich im realisierbaren Kostenrahmen bleibt“, zeigte sich Architekt Hans Rittmannsperger sicher. Sein Mitarbeiter Jürgen Kuhn stellte die überarbeitete Planung vor, die nun den gewünschten Fahrstuhl zur Herstellung der Barrierefreiheit beinhalte und dennoch ohne eine Änderung des Raumprogrammes für die Tourist Information ausgekommen sei. Wie schon im November zeigte er noch einmal die historische Südansicht des Gebäudes, die wiederhergestellt werden solle, allerdings mit Fenstern, die die heutigen Anforderungen erfüllen. Der Anbau auf der Nordseite sei niedriger als das Nachbargebäude und füge sich harmonisch ein. Die Kostenplanung sei mit einem zwanzigprozentigen Puffer vorgenommen worden und gehe von Nettogesamtkosten in Höhe von rund 9,8 Millionen Euro aus.

Guido Kohnen hatte in seinem Lärmgutachten verschiedene Szenarien beleuchtet, die er in der Sitzung vorstellte. Grundsätzlich müsse zwischen gewerblich verursachtem Lärm, Freizeitlärm und Verkehrslärm auf öffentlichen Flächen unterschieden werden, erläuterte er. Lärmtechnisch mit Messpunkten in der Umgebung der Brunnenhalle untersucht wurden verschiedene Veranstaltungsformate: eine Veranstaltung mit bis zu 400 Besuchern, eine Open Air Veranstaltung mit bis zu 690 Besuchern, eine Messeveranstaltung mit bis zu 1000 Besuchern am Tag, ein Open Air Kino mit Kopfhörern, das Winzerpicknick mit bis zu 1000 Besuchern über Tag sowie die Auf- und Abbauarbeiten im Anschluss an die Veranstaltungen.

Um die Belastung für die Umgebung möglichst gering zu halten, empfahl Kohnen, verschiedene Schallschutzmaßnahmen zu ergreifen. So benannte er den Einbau einer effizienten Lüftungsanlage, um bei Indoorveranstaltungen die Fenster – insbesondere auf der Nordseite - geschlossen halten zu können sowie den Einbau von Schallschutzverglasung. Während der Eingang zum Foyer über die Schlossgartenstraße erfolgen könne, sollte der Ausgang nach Ende der Veranstaltung und für Raucher an der Südseite der Brunnenhalle eingerichtet sein. Als besonderes Zugeständnis an die Anwohner schlug er die Schließung des Durchgangs zur Großen Allee nach 22 Uhr vor. Die Schallleistungspegel der haustechnischen Anlagen sollten auf die vom Haustechniker angegebenen Werte eingestellt sein, die Andienung der Küche in der Gastronomie solle nur tagsüber, also in der Zeit zwischen 6 und 22 Uhr möglich sein und die Außengastronomie solle auf die Zeit bis 22 Uhr begrenzt werden. Die Zu- und Abfahrt nach dem Ende einer Veranstaltung nach 22 Uhr solle auf ein Fahrzeug beschränkt sein, damit zwar beispielsweise die Musiker mit ihren Instrumenten wieder abfahren können. Bei größeren Open Air Veranstaltungen müsste die Musikanlage eingepegelt werden. Ein Open-Air-Kino am späten Abend hält Konen für nicht möglich, auch wenn die Zuschauer den Ton über Kopfhörer erhalten würden. Auch das Kontingent für „seltene Veranstaltungen“, bei denen höhere Lärmwerte erläubt sind, sei durch den Dürkheimer Wurstmarkt und das SWR3-Comedy-Festival nahezu ausgeschöpft.

Der Bauausschuss befürwortete die Planung einstimmig und beauftragte die Verwaltung, die nächsten Schritte in die Wege zu leiten. Die vorgestellten Präsentationen der Rittmannsperger Architekten GmbH und der Kohnen Berater & Ingenieure GmbH & Co. KG können im Bürgerinformationsportal aufgerufen werden.