„Plan B“ für Dürkheimer Therme angestrebt | Bad Dürkheim
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„Plan B“ für Dürkheimer Therme angestrebt

Nachdem der Startschuss für den Bau einer Therme als Erweiterung des Salinariums in der Stadtratssitzung am 12. Mai nicht wie geplant gegeben werden konnte (wir berichteten bereits im Mai), beschäftigte sich der Stadtrat in der Sitzung am 30. Juni mit einem „Plan B“ zum Thema „Therme-Neubau“.

Zuvor hatte die im März erfolgte Ausschreibung für die ersten vier Gewerke einer neuen Therme Ergebnisse eingebracht, die deutlich über der Auftragswertschätzung der Architekten lagen und zu einer Überschreitung des vom Stadtrat festgelegten Kostenrahmens von 35 Millionen Euro für den Neubau geführt hätten. Daraufhin hatte der Stadtrat im Mai beschlossen, keine weiteren Finanzmittel zur Verfügung zu stellen und stattdessen die Stadtwerke aufgefordert, Maßnahmen aufzuzeigen, durch die die geplanten Gesamtkosten eingehalten werden können.

Bei der sich anschließenden Prüfung war jedoch keine Möglichkeit gefunden worden, die Kosten im Rahmen der Ausschreibung so zu reduzieren, dass das Konzept innerhalb des festgelegten Kostenrahmens hätte umgesetzt werden können. In der Folge wurde die Ausschreibung am 5. Juni aufgehoben.

In seiner Sitzung am 30. Juni beschäftigte sich der Stadtrat nun mit einem „Plan B“ für das Bauvorhaben. Dieser sieht die Prüfung eines zweiten Anlaufes für die Ausschreibung vor und legt die dafür vorzugebenden Rahmenbedingungen fest.

„Es ist unser Plan, deutliche Einsparungen zu realisieren und dann Anfang 2021 ein Ausschreibungsergebnis zu präsentieren, das den Kostenrahmen einhält“, so Bürgermeister Christoph Glogger. „Wir werden diesen zweiten Anlauf nur nehmen, wenn wir überzeugt sind, dass er funktioniert. Daran arbeiten wir nun mit Hochdruck.“ Glogger erinnerte daran, dass bereits 2016 bei einer umfangreichen Bürgerbeteiligung festgestellt worden war, dass die Bad Dürkheimer Bürgerinnen und Bürger die Therme tatsächlich wollen. Ein „Augen zu und durch“ ohne Rücksicht auf die Kosten sei jedoch keine Option, stellte der Bürgermeister klar.

„Der Gesundheitstourismus ist nach wie vor ein Megathema“, wies der Wirtschaftsförderer und Fachbereichsleiter Kultur & Tourismus, Marcus Brill, in seiner Präsentation zu den Gründen, warum die Stadt eine Therme bauen sollte, hin. Durch eine attraktive Therme könne einerseits die Übernachtungsdauer der Gäste gesteigert und anderseits auch in der Nebensaison mehr Gäste in die Stadt geholt werden, verdeutlichte er.

Der Geschäftsführer der Stadtwerke GmbH, Dr. Peter Kistenmacher, erläuterte, dass mit dem vorliegenden Ausschreibungsergebnis Gesamtkosten in Höhe von 37 Millionen Euro entstanden wären. Dabei sei zu bedenken, dass nur ein Ausschreibungsanteil von ca. 27 % der Bauleistungen ausgeschrieben werden konnte und nicht klar sei, welche Ergebnisse die noch ausstehenden Ausschreibungen der übrigen 73 Prozent gebracht hätten. Ziel müsse es deshalb sein, durch Umplanungen die Gesamtkosten auf unter 34 Millionen zu drücken, zuzüglich eines Puffers für Preissteigerungen und Unvorhergesehenes. Das sei nun die Aufgabe für die Architekten und Fachplaner, betonte Kistenmacher. Bei der zweiten Ausschreibung im Herbst sollten dann auch gleich rund 70 % der Gewerke ausgeschrieben werden, wodurch die Kostensicherheit erhöht werden könne.

Architekt Ernst-Ulrich Tillmanns von den mit der Planung beauftragten 4a-Architekten aus Stuttgart stellte die nach seiner aktuellen Einschätzung möglichen Einsparungsmöglichkeiten vor. Dabei falle das größte Einsparungspotenzial auf die Umplanung des Kellergeschosses, erläuterte er. Der Vorschlag des Architekturbüros, den unterirdischen Verbindungsgang entfallen zu lassen und die zukünftige Belieferung über die Salinenstraße zu organisieren, sahen die Fraktionen jedoch mehrheitlich kritisch. Die Architekten sagten eine weitere Prüfung, auch von weiteren Einsparmöglichkeiten zu.

Mit 22 Ja-Stimmen bei 10 Nein-Stimmen beschloss der Stadtrat die Ausarbeitung eines Planes B, der in der Sitzung am 1. September präsentiert werden soll. Dabei sollen Potenziale für eine kostengünstige Umsetzung unter Einhaltung des Kostenrahmes von insgesamt 35 Millionen Euro und gleichzeitiger Erhaltung des Grundkonzeptes geprüft und ausgearbeitet werden. Gelinge dies, so könne der Stadtrat im September die weiteren Schritte freigeben und die zweite Ausschreibung ab Oktober erfolgen. Anfang 2021 schließlich könnten Stadtrat und Aufsichtsrat auf Basis der Ausschreibungsergebnisse die endgültige Entscheidung treffen, ob Plan B umgesetzt und die Baumaßnahme im Frühjahr 2021 begonnen werden kann.

Die Beschlussvorlage mit weiteren Informationen kann hier eingesehen werden:

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