Therme: zweite Ausschreibung wird vorbereitet | Bad Dürkheim
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Therme: zweite Ausschreibung wird vorbereitet

Anfang September stand der Neubau einer Therme als Erweiterung des Salinariums erneut auf der Tagesordnung einer Stadtratssitzung. „Die Therme ist ein wichtiges Projekt, bei dem es um die Zukunft unserer Gesundheitsstadt Bad Dürkheim geht“, wies Bürgermeister Christoph Glogger gleich zu Beginn hin.

Nach der Aufhebung der ersten Ausschreibung hatte der Stadtrat den Planern im Juni den Auftrag erteilt, Maßnahmen aufzuzeigen, wie die Therme unter Einhaltung der festgelegten Maximalkosten in Höhe von 35 Millionen Euro inklusive eines Puffers realisiert werden könne. Diese Umplanung war erforderlich geworden, nachdem die Submissionsergebnisse im Frühjahr offengelegt hatten, dass die Gesamtkosten der Therme ohne einen finanziellen Puffer bei über 37 Millionen Euro und damit deutlich über dem vom Stadtrat festgelegten Kostenrahmen liegen würden.

Die mit der Planung beauftragte 4a Architekten GmbH Stuttgart trug in der Folgezeit Einsparungsmöglichkeiten zusammen, deren Umfang und Potenziale 4a Geschäftsführer Ernst Ulrich Tillmanns in der Stadtratssitzung am 1. September präsentierte.

Insgesamt könnten nach Ansicht der Planer 3,88 Millionen Euro eingespart werden, ohne das Angebot, die Qualität und den Erlebniswert der künftigen Therme zu schmälern. Der größte Einsparungsposten dabei sei eine Umgestaltung des Kellergeschosses, wo Räume entfallen und ein Verbindungsgang auf der bestehenden Fundamentplatte errichtet werden würde, wie Tillmanns aufzeigte. Durch diesen Gang im Untergeschoss könnte die künftige Therme auch vom Wurstmarktplatz aus beliefert werden, was den Stadträten ein Anliegen war. Das geschätzte Einsparungspotenzial allein für diese Änderung der ursprünglichen Planung liegt bei 2,41 Millionen Euro.

Weitere 660.000 Euro Kostenersparnis ließen sich durch die Anhebung der Therme um einen Meter und die damit verbundene Reduzierung der Tiefbauarbeiten erreichen. Die daraus resultierende Anhebung des Saunagartens habe zudem den Vorteil, dass die Saunagäste über einen Sichtschutz Einblicke in den Kurpark genießen könnten, während in umgekehrter Richtung vom Kurpark aus kein Einblick in den Saunabereich möglich sei, erläuterte Tillmanns dem versammelten Stadtrat. Die Anhebung habe wenige Auswirkungen auf den Innenbereich, nur im Bademantelgang werde der Höhenunterschied durch eine kaum wahrnehmbare Steigung von 3 Prozent ausgeglichen.

Durch weitere kleinere Veränderungen der Planung, wie die Verkleinerung des Saunasteges und der Dachterrassen, die Herstellung der Galerietreppen aus Betonfertigteilen und die Verwendung von Sichtbeton auf der Nordseite könnten nach der Zusammenstellung der Planer weitere 430.000 Euro eingespart werden. Noch einmal 380.000 Euro ließen sich durch die Wiederverwendung vorhandener Technik-Bauteile, das Verschieben einzelner Gewerke auf einen späteren Zeitpunkt (Einbau einer Bar in der Panoramasauna und Anlegen eines Bachlaufes im Saunagarten) sowie Änderungen bei der Oberflächenqualität der Umkleiden einsparen. Damit liegt die neue Kostenprognose inklusive auf den Ausführungszeitpunkt hochgerechneter möglicher Baupreissteigerungen (rund 1 Million Euro) nun bei 34,34 Millionen Euro. Nicht darin enthalten ist allerdings ein Puffer für unvorhergesehene Kosten, der mit maximal 1,93 Millionen Euro zu Buche schlagen könnte.

„Es waren anstrengende Wochen, in denen diese Lösungen gefunden wurden“, wies der Bürgermeister hin. Er sei überzeugt, dass der Bau der Therme ein Erfolg werde. Dr. Peter Kistenmacher, Geschäftsführer der Stadtwerke GmbH, erläuterte, dass die Einsparungspotenziale alle durchgeprüft wurden. Wichtig bei den Planungsänderungen sei es, das Thermenkonzept zu erhalten und keine Nachteile für die Badegäste entstehen zu lassen.

Stefan Studer von der Kannewischer AG, die vor Jahren eine Studie erstellt hatte, auf deren Grundlage die Entscheidung zum Bau einer Therme getroffen worden war, erläuterte noch einmal die wirtschaftlichen Effekte einer Therme. Die aktualisierte Wirtschaftlichkeitsberechnung der Anlage zeige weiterhin eine Verbesserung des Kostendeckungsgrades auf 94%, das Einzugsgebiet der Dürkheimer Therme habe enormes Potenzial. Zudem sei die beste Zeit zum Besuch einer Therme die Monate November bis April, eine Zeit in der der Tourismus in Bad Dürkheim bislang noch etwas schwächere Zahlen verzeichne. In Bad Ems beispielsweise habe sich die Anzahl der Gästeankünfte mit Übernachtungen nach dem Bau der Therme in sechs Jahren um 15 Prozent gesteigert. Bei der im Jahr 2005 errichteten Spreewald-Therme hätten sich die Übernachtungszahlen zehn Jahre nach der Thermeneröffnung gar verdoppelt. „Eine Therme ist eine große Investition, aber es ist eine Investition, die Ihnen lange Freude bereiten wird“, wies er die Entscheidungsträger hin.

Der Stadtrat befürwortete die vorgestellten Umplanungen mit einer Mehrheit von 22 Stimmen und beauftragte Verwaltung und Stadtwerke auf dieser neuen Grundlage die Ausschreibung vorzubereiten. Somit werden nun im nächsten Schritt bepreiste Leistungsverzeichnisse erstellt und durch das unabhängige Ingenieurbüro Strobilius gegengeprüft.

Am 5. und 26. November sollen der Aufsichtsrat der Stadtwerke und der städtische Bauausschuss in ihren jeweiligen Sitzungen über die Kostenstände der Leistungsverzeichnisse informiert werden. Unter der Voraussetzung, dass die bepreisten Leistungsverzeichnisse den Kostenrahmen von 34,34 Millionen Euro einhalten, könnten die Ausschreibungen bereits im November erfolgen. Dabei sollten zur Erhöhung der Kostensicherheit ca. 70 Prozent der Baukosten auf einmal ausgeschrieben werden. Submissionstermin wäre dann im Januar und nach Prüfung der Submissionsergebnisse könnte der Stadtrat bereits Anfang März über die Vergabe und den Baubeginn entscheiden.