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Hundekotbeutelkonzept vorgestellt

„Des Bürgermeisters täglich Brot ist Parkverbot und Hundekot.“ Dieses Zitat eines nicht namentlich genannten Bürgermeisterkollegen wählte Bürgermeister Christoph Glogger für den Einstieg in das Thema „Hundekotbeutelkonzept“, das in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 27. April vorgestellt und erörtert wurde. Hunde und ganz besonders ihre Hinterlassenschaften seien ein vieldiskutiertes Thema, so der Bürgermeister. Nur selten würden Hund und Hundeführer „inflagranti erwischt“ und es sei schwierig festzustellen, wer für die unschönen Hinterlassenschaften auf Wegen und an Wegesrändern verantwortlich war. Eine der wenigen praktikablen Lösungen sehe er darin, Hundestationen aufzustellen, die Hundekotbeutel zur Entnahme vorhalten und die gefüllten Tüten anschließend wieder aufnehmen.

Im Bad Dürkheimer Ortsteil Seebach waren bereits 2018 im Rahmen eines Pilotprojektes Hundekotbeutelspender aufgestellt worden. Im Oktober 2019 hatte der Haupt-. Finanz- und Wirtschaftsförderausschuss die Verwaltung beauftragt, mögliche Standorte für die Aufstellung von Hundekotbeutelspendern und zusätzlichen Mülleimern im Stadtgebiet zu prüfen. Da die Stationen nicht ganz billig sind, hätten sich Verwaltung und Gremien immer wieder mit dem Thema beschäftigt, so Glogger.

Herausgekommen ist ein Konzept, das Verwaltungsmitarbeiter Jonas Bender in der Ausschusssitzung vorstellte. Bislang habe die Stadt über das Bürgerbüro jährlich rund 150.000 Kotbeutel an Hundehalter ausgegeben, erinnerte er. Die Aufstellung von Hundekotbeutelstationen solle diese Praxis ablösen. Der Bedarf an Beuteln werde bei Aufstellung der Stationen auf 250.000 Stück jährlich geschätzt.

Die Montage der Ständer solle durch den Baubetriebshof erfolgen, das Entleeren der gefüllten Beutel und das Auffüllen frischer Tüten allerdings extern vergeben werden, erläuterte Bender den Verwaltungsvorschlag. Er zeigte auf, dass allein die Frage welche Tüten man verwende, einige Überlegungen erfordere. So gebe es Tüten aus normalem oder aus recyceltem Plastik oder aus kompostierbarem Material. Da Hundekot jedoch nicht kompostiert, sondern mit dem Restmüll entsorgt werden müsse, bevorzuge die Verwaltung die Anschaffung von Tüten aus recyceltem Kunststoff. Etwa 3000 Euro müsse die Stadt künftig jährlich dafür aufwenden, so die Schätzung, während Anschaffung und Aufbau der Stationen mit voraussichtlich 28.000 Euro zu Buche schlagen werden. Am teuersten jedoch sei das Entleeren und Befüllen der Stationen, was mit jährlichen Kosten von 43.000 Euro veranschlagt wird.

Wie Jonas Bender aufzeigte, habe man bislang 58 Standorte ausgewählt, die auf einer Abfrage der Ortsvorsteher und den Erfahrungswerten des Ordnungsamtes basieren. Die Standorte seien nicht endgültig festgelegt, sondern sollten überdacht und weiterer Bedarf bis Dezember 2022 evaluiert werden. Der Bürgermeister ergänzte, dass man die meisten Beutelständer an den beliebten Gassi-Routen in den Randbereichen der Stadt und der Ortsteile aufstellen wolle. Für Leistadt seien noch keine Standorte benannt worden, hier werde die Verwaltung noch einmal mit dem Ortsbeirat Kontakt aufnehmen. Allerdings werde das Konzept auch nicht alle Bereiche der Stadt abdecken können. Eine Berücksichtigung der Innenstadt sehe er sogar skeptisch, denn man könne dadurch unter Umständen ein falsches Zeichen setzen.

Der Ausschuss beschloss die Einführung des Konzeptes für Hundkotbeutelstationen und beauftragte die Verwaltung mit der Beschaffung der „DogStations“. Die Ausschreibung der Leerung der Mülleimer und des Nachfüllens frischer Beutel soll nun im Bau- und Entwicklungsausschuss beraten werden.

Die Beschlussvorlage mit weiteren Informationen und die im Ausschuss gezeigte Präsentation können im Bürgerinformationssystem aufgerufen werden.