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Schnelle Verbindungen in Aussicht

In der Stadtratssitzung am 2. Februar wurde über den aktuellen Stand des Breitband- und Mobilfunkausbaus in Bad Dürkheim informiert. Anlass war, dass die Deutsche Glasfaser eigenwirtschaftlich die Stadtteile Leistadt und Ungstein mit Glasfaser ausbauen will. Dies soll im Einvernehmen mit der Stadt Bad Dürkheim erfolgen und durch einen Kooperationsvertrag dokumentiert werden. Der Vertrag entspreche einer Absichtserklärung und der Stadt entstünden durch diesen Vertrag weder Pflichten noch finanzielle Verbindlichkeiten, erläuterte der für die Wirtschaftsförderung zuständige Fachbereichsleiter Kultur und Tourismus, Marcus Brill. Man prüfe bereits Standorte für einen Pachtvertrag für städtische Grundstücke, falls diese für den Ausbau von Hauptverteilerstationen (PoPs) benötigt würden. Nach erfolgreicher vorheriger Vorvermarktung sei der Ausbau mit Glasfaser „bis ins Haus“ innerhalb der nächsten 18 Monate geplant, die Vorvermarktung beginne in den nächsten drei Monaten, so Brill. Eine Ausnahme in Leistadt sei das Neubaugebiet, wo bereits das Kabel der Deutschen Telekom verlegt sei. In Ungstein gebe es unterhalb der Römervilla einen kleinen Bereich, der derzeit im Kreiscluster von INEXIO ausgebaut werde. „Durch das neue Angebot tritt der Glasfaserausbau in unserer Stadt in eine neue Phase. Allerdings müssen wir uns bewusst sein, dass das eine ordentliche Baustelle wird, wenn das Kabel in alle Straßen und Häuser gelegt wird“, machte Bürgermeister Christoph Glogger deutlich. Der nun geplante Ausbau in den beiden Ortsteilen sei eingebunden in weitere Breitband- und Mobilfunkprojekte, über deren Sachstand man ebenfalls informieren wolle, so der Bürgermeister weiter.

Überall dort, wo derzeit noch nicht mindestens 30 Mbit Datenübertragungsgeschwindigkeit erreicht werde, erfolge der Glasfaserausbau im Auftrag der Kreisverwaltung durch INEXIO (Kreiscluster), wies Brill hin. Dies sei beispielsweise in der Sonnenwendstraße der Fall, wo die Verlegung des Kabels für das 4. Quartal dieses Jahres vorgesehen sei. Die Stadt habe hier bereits beim Straßenausbau vor wenigen Jahren Leerrohre mit verlegt, die nun genutzt werden können.

Im Jägerthal seien die erforderlichen Tiefbauarbeiten bereits abgeschlossen. Mit einer Inbetriebnahme sei in den kommenden Wochen zu rechnen. Auch den Bereich Hahnackerkopf werde INEXIO mit Breitband ausbauen, um die Breitbandversorgung für den geplanten Funkmast der Deutschen Telekom zusätzlich sicherzustellen. Hier soll die Stromversorgung durch die Stadtwerke Bad Dürkheim GmbH erfolgen. Derzeit werden die Angebote seitens der Deutschen Funkmast geprüft, um im September mit der Umsetzung beginnen zu können sofern alle rechtlichen Prüfungen abgeschlossen sind. In der Sonnenwendstraße steht hingegen noch nicht fest, wann das schnelle Netz in Betrieb gehen kann.

Ganz wichtig seien natürlich die Schulen, die künftig ebenfalls von schnellen Internetverbindungen profitieren sollen. Das Glasfaserkabel zur Siegmund-Crämer-Schule werde zugleich Pfeffingen sowie die Feuerwehr und die DRK-Wache mit anbinden können.

Neben den sogenannten „A-Adressen“ im Ausbaugebiet können auch „B-Adressen“ mit schnellem Internet versorgt werden. B-Adressen liegen an der Trassenführung, gehören aber nicht zum Ausbaugebiet und werden eigenwirtschaftlich von INEXIO ausgebaut. B-Adressen müssen im Gegensatz zu den A-Adressen, bei denen freie Providerwahl besteht, einen Dienstleistungsvertrag mit INEXIO abschließen.

Der Kreis habe sich außerdem am „Sonderaufruf Gewerbegebiete“ beteiligt, wodurch in Bad Dürkheim der Ausbau des Glasfasernetzes im Bruch sowie in den Gewerbegebieten von Ungstein und Hardenburg (Sägewerk) möglich werde. „Nach jetzigem Stand werden die Ausschreibungsergebnisse wohl in einer Kreistagssitzung Ende April veröffentlicht werden“, informierte Brill. Keine Förderkulisse decke derzeit den Bereich „In den Almen“ ab, wies Brill hin, dass die Stadt nach der Entscheidung zum „Sonderaufruf Gewerbegebiete“ Verhandlungen mit dem ausbauenden Unternehmen zum Breitbandausbau in diesem Bereich aufnehmen werde.

Beim Mobilfunkausbau für das Jägerthal habe man sich dem von der Telekom initiierten Ausbauprogramm „Wir jagen Funklöcher“ angeschlossen. Geplant sei der Bau eines 53 Meter hohen Funkmastes auf dem Hahnackerkopf, für den bereits der Bauantrag bei der Stadt eingegangen sei, informierte der Wirtschaftsförderer. Hierzu werde noch in einer Bauausschusssitzung beraten.

Zwei weitere Funkmasten sind für das Gewerbegebiet Bruch vorgesehen. Diese seien mit etwa 30 Metern Höhe etwas höher als der Funkmast auf dem Wurstmarktplatz. Für den Mast im Bereich des Hebewerkes des LBM sei der Bauantrag gerade in Vorbereitung. Der ebenfalls von der Deutschen Funkmast geplante Standort im Südosten des Gewerbegebietes Bruch werde auf einer privaten Immobilie umgesetzt. Auch hierzu finde demnächst eine Beratung im Bauausschuss statt.

Der Stadtrat nahm die Ausführungen zum Breitband- und Mobilfunkausbau zustimmend zur Kenntnis.