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Spielflächenplanung für mehr Lebensqualität

Nachdem die Vergabe der Spiel- und Freizeitflächenplanung für die Stadt Bad Dürkheim im Februar im Bau- und Entwicklungsausschuss beschlossen worden war (wir berichteten im Amtsblatt vom 18. März), hat das beauftragte Planungsbüro STADTKINDER aus Dortmund zwischenzeitlich mit den Planungsarbeiten begonnen. In der gemeinsamen Sitzung des Sozial-, Sport- und Schulträgerausschusses und des Bau- und Entwicklungsausschusses am 28. Oktober stellten Geschäftsführer Dr. Peter Apel und seine Mitarbeiterin Viola Kaspar den aktuellen Zwischenstand ihrer Arbeit vor.

Im Herbst 2022 werde die Planung fertig sein und nicht nur bauliche Aspekte, sondern auch soziale Faktoren berücksichtigen. Für die Umsetzung der Planung seien etwa zehn Jahre vorgesehen. Dabei gelte stets: „Qualität geht vor Zeit.“

Naturerfahrung bezeichnete Apel als ganz entscheidendes Stichwort für eine gute Planung. Die meisten Kinder spielten lieber auf natürlichen Flächen, als auf Spielplätzen, wies er hin. Deshalb sei es nicht das Ziel der Planung, Spielplätze einfach nur mit neuen Geräten auszustatten. Entscheidender sei es, Plätze und Freiflächen anzubieten, die für den Aufenthalt von Kindern geeignet seien und von diesen gerne angenommen würden.

Neben den vorhandenen Spielplätzen hätte sich sein Büro deshalb auch die in Bad Dürkheim und den Stadtteilen vorhandenen Flächen und Plätze angeschaut. Um zu sehen, wo sich die Kinder gerne aufhalten, wolle sich das Planungsbüro im nächsten Schritt von den jeweiligen Schülerinnen und Schülern dreier Schulen ihren Stadtteil zeigen lassen.

Die Beteiligung von jungen Menschen sei ein ganz zentraler Baustein der Planung, wies er hin. Neben den Kindern und ihren Eltern wolle man aber auch Senioren einbeziehen, denn die Plätze und Flächen sollten nicht nur als Spielplätze, sondern auch als Nachbarschaftstreffpunkte entwickelt werden.

„Wir werden die Naturraumgestaltung als ein wichtiges Qualitätskriterium zugrunde legen“, wies Apel hin. Auch der Kurpark sei ein Freiraum für Familien mit Kindern. Ein „dickes Lob“ sprach er schon jetzt dem Wasserspielplatz am Gradierbau aus.

Zu der Bestandsaufnahme, in die auch schon die Ortsvorsteher einbezogen wurden, gehöre die Bewertung der Spielraumqualitäten anhand von Kriterien, die auf der DIN-Norm 18034 und der rheinlandpfälzischen Spielleitplanung basieren. Als Beispiele nannte Apel die Abgrenzung zur Straße, die Einsehbarkeit, die Rückzugsraumqualität, die Aufenthaltsqualität, das Vorhandensein von Pflanzen als Spielelement, die Möglichkeit zusammenhängender Spielabläufe, die Gestaltbarkeit, Möglichkeiten zum Spiel mit Wasser, die Förderung generationsübergreifender Kontakte, eine abwechslungsreiche Topografie, der Wiedererkennungswert und eine integrative Gestaltung. Jeder Spielraum müsse inklusiv sein.

„Wir schauen zudem genau hin, wie Kinder dorthin kommen“, erläuterte Viola Kaspar. Die DIN-Norm sehe einen Erreichbarkeitsradius der Spielplätze für die Altersklasse der Null- bis Sechsjährigen von 175 Metern und für die Altersklasse der Sieben- bis Zwölfjährigen von 350 Metern vor. Versorgungslücken gebe es an den Übergängen. Fehlende Angebote habe man für die Altersklasse der Neun- bis Zwölfjährigen ausgemacht. Bei Bolzplätzen betrage der Erreichbarkeitsradius 750 Meter. Hier sei eine ausreichende Versorgung mit entsprechenden Flächen gegeben, allerdings fehlten differenzierte Angebote.

Nun sollten transparente nachvollziehbare Bewertungen abgegeben und Maßnahmensteckbriefe erarbeitet werden, erläuterte Apel die weitere Vorgehensweise. Neben den bereits genannten Stadtteilstreifzügen mit Kindern gehören eine Träger- und Aktionskonferenz sowie ein generationsübergreifender Workshop zu den nächsten Schritten. Geschaut werden solle auch, wo in Bad Dürkheim an einem zentralen Ort eine Generationenanlage entstehen kann, ein Bewegungspark mit motorischen Anlagen.

„Wir werden Ihnen eine Planung vorlegen, die nicht nur die Gesamtheit der Kinder und Jugendlichen, sondern die Lebensqualität der ganzen Stadt im Auge hat“, so Apel. 

Die in der Sitzung gezeigte Präsentation kann im Bürgerinformationssystem aufgerufen werden.