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Bad Dürkheim bleibt Heilbad

Über das Ergebnis des von der Stadt beauftragten und wenige Tage zuvor eingegangenen Luftgutachtens informierte Bürgermeister Christoph Glogger bei der Stadtratssitzung am Dienstag der vergangenen Woche.

„Ich kann heute eine gute Nachricht verkünden: wir bleiben Heilbad und erfüllen alle geforderten Luftwerte!“, verkündete der Bürgermeister und erläuterte, dass die Stadt als Kurort gefordert sei, die lufthygienischen Bedingungen alle 10 Jahre überprüfen zu lassen. Dazu habe der Deutsche Heilbäderverband e.V. und der Deutsche Tourismusverband e.V. Richtwerte festgelegt, die bis zu 60 Prozent unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte für andere Orte liegen. Von der Einhaltung dieser Grenzwerte hänge der Status „Heilbad“ ab.

Bad Dürkheim hatte den Deutschen Wetterdienst mit der Überprüfung der Luftqualität beauftragt und erhielt nun die Bestätigung, dass die lufthygienischen Voraussetzungen für das Prädikat „Heilbad“ weiterhin erfüllt sind.

„Stickstoffdioxid ist der Wert, mit dem wir früher etwas Probleme hatten“, wies Glogger darauf hin, dass bei der letzten Messkampagne 2002/2003 und der 6-monatigen Nachmessung im Jahr 2006 Werte aufgezeichnet worden waren, die zur Aufstellung eines Maßnahmenkataloges zur Reduzierung der durch Heizungsanlagen und den Verkehr emittierten Stickstoffdioxide geführt hatten. Dieses Mal seien die Werte eingehalten worden, auch wenn Bad Dürkheim im Vergleich mit anderen Kurorten zu denen mit einer höheren Stickstoffdioxid-Belastung gehöre. Die vier anderen Luftwerte seien dafür vorbildlich.

Verglichen mit den letzten Messungen sei diesmal eine deutlich geringere Belastung bei allen gemessenen Parametern ermittelt worden, war eine weitere gute Botschaft, die Glogger bei der Stadtratssitzung verkünden konnte. „Unsere Luftqualität hat sich verbessert“, fasste der Bürgermeister zusammen.

 

Weitere Infos: gemessene Werte

Für die aktuelle Messung hatte der Deutsche Wetterdienst eine Messstelle im Verkehrszentrum (neben der B 37 im Kreuzungsbereich der Gartenstraße) und eine im Kurgebiet (westlicher Kurpark) errichtet und von Ende Oktober 2016 bis November 2017 ein Jahr lang die Werte von Stickstoffdioxid, Feinstaub, Ruß im Feinstaub, Grobstaub gesamt und Grobstaub opak gemessen.

An der Messstelle „Verkehrszentrum“ direkt an der Bundesstraße enthielt ein Kubikmeter Luft im Durchschnitt 12,9 Mikrogramm Grobstaub. Erlaubt ist an diesem verkehrsreichen Standort eine mittlere Staubkonzentration von maximal 28 Mikrogramm. Am Standort Kurpark wurde eine Staubkonzentration von 7,4 Mikrogramm festgestellt, wobei der dort zulässige Höchstwert zu 57 % erreicht wurde.

Ein weiteres Ergebnis: Die in Bad Dürkheim gemessenen groben Staubteilchen bestanden zum größten Teil aus mineralischen Bodenpartikeln, die vom Wind oder durch Kraftfahrzeuge vom Erdboden bzw. von den Straßenoberflächen aufgewirbelt wurden. Im Frühjahr wurden in den Messgeräten auch viele Blütenpollen gefunden. Die Konzentration der opaken Grobstaubteilchen war an der Messstelle „Verkehrszentrum“ mit einem Messwert von 4,16 Mikrogramm höher als am Standort im Kurgebiet ohne unmittelbarem Verkehrseinfluss. Der maximal zulässige Belastungswert wurde am verkehrsbezogenen Standort zu normalen 76 % ausgeschöpft.

Die Konzentration des Feinstaubs an der Messstelle im Verkehrszentrum weist mit 11,1 Mikrogramm (Richtwert-Ausschöpfung 55 %) eine kurortübliche Belastung auf, beim Ruß im Feinstaub wurde mit 0,75 Mikrogramm (Richtwert-Ausschöpfung 44 %) ebenfalls ein kurortüblicher Wert gemessen.

Auch die Belastung durch Stickstoffdioxid wird in Mikrogramm pro Kubikmeter Luft angegeben. Die unten stehende Grafik lässt erkennen, dass die für den jeweiligen Ortsbereich geltenden Richtwerte an beiden Messstellen eingehalten wurden. Zum Vergleich sind zwei Ergebnisse aus dem amtlichen Messnetz des Landes Hessen am verkehrsreichen Standort Friedberger Landstraße in Frankfurt bzw. des Deutschen Wetterdienstes an der Reinluft-Station auf dem Hohenpeißenberg eingefügt.

Stickstoffdioxid-Konzentration

Weitere Informationen zur aktuellen Messung finden Sie im Bürgerinformationssystem der Stadt unter TOP 12 der Stadtratssitzung vom 13. März 2018. 

21.03.2018