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Großes Interesse an Bürgerforum

Etwa 130 Bürgerinnen und Bürger nutzten am 13. Juni die Chance, sich beim 3. Bürgerforum zum klimafreundlichen Mobilitätskonzept mit den Themen Parken und Verkehr auseinanderzusetzen und dabei eigene Anregungen und Wünsche in den Prozess zur Erstellung des Konzeptes einzubringen.

„Wir haben uns heute einen dicken Brocken vorgenommen“, wies Bürgermeister Christoph Glogger gleich zu Beginn des Abends darauf hin, dass ein umfangreicher Themenkomplex zu bearbeiten sei. „Es ist wichtig, dass Sie sich mit den Entscheidungsträgern intensiv austauschen“, forderte der Bürgermeister die Anwesenden zur Diskussion mit den Mitgliedern von Bauausschuss und Stadtrat auf. Außerdem sei viel Zeit für die Arbeit an den vorbereiteten Stellwänden eingeplant. „Was Sie an die Wände pinnen und schreiben, damit wird man sich im Ausschuss beschäftigen“, erläuterte Glogger, machte allerdings zugleich darauf aufmerksam, dass nicht jede einzelne Meldung berücksichtigt werden könne. In den Bürgerforen liege der Fokus auf einzelnen Themen, die später in einem klimafreundlichen Mobilitätskonzept zusammengeführt werden sollen.

Als Basis für die weitere Diskussion stellte Christoph Schulze von der PTV AG zunächst die Ergebnisse der Parkraumerhebung vor, die sein Planungsbüro im Auftrag der Stadt an einem Sonntag und einem Werktag im Mai durchgeführt hatte. Die Auswertung der Werktagszählung habe ergeben, dass in der Innenstadt am späten Vormittag und am späten Nachmittag hoher bis sehr hoher Parkdruck (Parkraumauslastung von 90 % und mehr) vorhanden war, während am Morgen und am frühen Nachmittag geringerer Parkdruck mit lokalen Spitzen zu verzeichnen war. Auf dem Wurstmarktplatz und dem Parkplatz beim Evangelischen Krankenhaus habe bei den Zählungen um 11 und 14 Uhr mittlerer Parkdruck bestanden, zu anderen Zeiten sei die Lage entspannt gewesen, berichtete Schulze. An dem untersuchten Sonntag sei in der Innenstadt ein insgesamt geringerer Parkdruck als an dem Werktag festgestellt worden, allerdings sei der Parkdruck auf dem Wurstmarktplatz am frühen Nachmittag sehr hoch gewesen. Die weiteren Außenparkplätze an der Gutleutstraße und der Kanalstraße seien jedoch frei gewesen von Parkdruck. Schulze bezeichnete das Parkplatzangebot auf dem Wurstmarktplatz an einem normalen Sonntag ohne Großveranstaltung als ausreichend.

Angeschaut habe man sich auch, woher die Leute kamen. An Werktagen sei der Anteil der DÜW-Kennzeichen in der Innenstadt geringer als an Sonntagen. Als Grund hierfür benannte Schulze die Berufspendler, die nur an den Werktagen in die Stadt kommen. An Sonntagen sei der Anteil der DÜW-Kennzeichen auf den Außenparkplätzen geringer als an Werktagen. Ausschlaggebend dafür dürfte die höhere Anzahl an Touristen sein, die insbesondere sonntags die Stadt besuchen.

Auch den „Hot Spots illegalen Parkens“ sei man auf der Spur gewesen. Schulze benannte Stadtplatz, Römerstraße, Limburgstraße / Friedhofstraße, Eichstraße, Gaustraße, Burgstraße, Kurgartenstraße, Salinenstraße und den Bereich an der Kreisverwaltung als die Bereiche, in denen sich das Abstellen von Fahrzeugen im Park- oder Halteverbot häufe.

Als mögliche Handlungsfelder zum Thema Parkraum nannte Schulze die Steuerung der Parkverkehre, eine Anpassung der Parkgebühren in der Innenstadt, Führung der Ströme auf den Wurstmarktplatz durch entsprechende Wegweisung, die Einrichtung einer Mobilitätsstation mit Rad-/ Pedelec-Verleih auf dem Wurstmarktplatz, die Einrichtung eines Shuttlebusses vom Wurstmarktplatz und den Außenparkplätzen in die Innenstadt, sowie die Optimierung des Stellplatzangebotes in der Innenstadt z.B. durch Stellplatzreduzierung im Straßenraum und konsequente Kontrolle von Falschparkern. In jedem Falle sei es nicht Sinn und Aufgabe eines klimafreundlichen Mobilitätskonzeptes, durch neue Parkplätze mehr Verkehr in die Innenstadt zu bringen, wies er hin.

Der zweite Teil seiner Ausführungen widmete sich dann auch dem Thema Verkehr. Dabei bezog er sich auf die Verkehrserhebung, die Ende vergangenen Jahres von R + T Verkehrsplanung in Bad Dürkheim durchgeführt worden war.

Nur 10 Prozent des bei dieser Erhebung ermittelten Innenstadtverkehrs sei Durchgangsverkehr. An den Zahlen könne man nachweisen, dass im Bereich Kurgartenstraße / Schlossplatz und auf dem Stadtplatz gegenüber 2004 eine deutliche Entlastung eingetreten sei, so Schulze. Eine Mehrbelastung sei in Eichstraße, Gaustraße, Mannheimer Straße, Gutleutstraße und Weinstraße Süd entstanden.

Auch Schwerverkehrsrouten habe man sich angeschaut und festgestellt, dass Bad Dürkheim kein Schwerverkehrsproblem habe. Der größte Teil des Schwerverkehrs fließe über Umgebungsstraßen, wies Schulze hin.

Bei der Untersuchung des Radverkehrs habe man festgestellt, dass nur relativ wenige Radfahrer in Bad Dürkheim unterwegs sind. Hier seien Überlegungen sinnvoll, ob der Radverkehr gefördert werden könne. Allerdings gehe es nicht darum, den Kfz-Verkehr zu verteufeln, sondern allein darum, umweltfreundliches Verhalten zu unterstützen und zu fördern.

Als sehr wichtig hierfür nannte er die Bewusstseinsbildung: jeder einzelne solle sich quasi den Spiegel vorhalten und sich selbst fragen, ob alle Wege mit dem Auto erledigt werden müssen oder ob alternativ auf das Fahrrad umgestiegen werden kann.

Aus den bei der Verkehrszählung gewonnen Daten werde PTV ein Verkehrsmodell aufbauen, mit dem im nächsten Schritt verschiedene Planfälle untersucht werden könnten. Dabei sei es auch möglich die Emissionen zu berechnen, um dann zu überlegen, wie diese reduziert werden könnten.

Zum Thema Tempo 30 meinte Schulze, dass es wichtig sei, ein schlüssiges Gesamtkonzept mit durchgehenden Tempo 30-Streckenzügen zu schaffen, damit die Übersicht für den Verkehrsteilnehmer nicht verloren ginge. Insbesondere Straßen in Wohngebieten, die keine starke Erschließungs- oder Verbindungsfunktion haben, seien geeignet, durchgängig mit Tempo 30 ausgewiesen zu werden.

Grundsätzlich könne man sagen, dass Bad Dürkheim im Vergleich zu vielen anderen Städten gut dastehe, wies Christoph Schulze hin.

Die an dem Abend gezeigte Präsentation kann ebenso wie die Fotoprotokolle der einzelnen Stellwände auf der städtischen Internetseite unter www.bad-duerkheim.de/buergerbeteiligung aufgerufen werden. Von dort aus gelangt man auch auf die neue interaktive Karte, auf der weitere Anregungen und Verbesserungsvorschläge direkt einer Straße oder einem Platz zugeordnet und der Stadt gemeldet werden können.

Bürgerforum

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