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KMU-Energiekarawane mit Auftaktveranstaltung gestartet

Als Beitrag zum Schutz des Klimas und zum Erhalt der Umwelt hat die Stadt Bad Dürkheim im vergangenen Jahr unter Beteiligung der Bevölkerung und zahlreicher Akteure ein Klimaschutzkonzept erarbeitet, das Ende Oktober 2019 vom Stadtrat verabschiedet wurde. Mit einer Vielzahl von Maßnahmen soll erreicht werden, dass Bad Dürkheim ein lebenswerter Ort ist und dies auch in Zukunft bleibt.

„Ein Baustein dieses Klimaschutzkonzeptes ist die Energiekarawane“, erläuterte Thomas Giel, der Vorsitzende des städtischen Klimabeirates, in der vergangenen Woche bei der Auftaktveranstaltung der von der Stadt Bad Dürkheim und der Energieagentur Rheinland-Pfalz gemeinsam organisierten KMU-Energiekarawane (Anm: KMU = kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 249 Mitarbeitern, einem Jahresumsatz bis zu 50 Mio. Euro und einer Bilanzsumme von bis zu 43 Mio. Euro). Dabei wird kleinen und mittleren Unternehmen die Gelegenheit gegeben, kostenfrei einen Energiecheck durchführen und dadurch ihre Einsparpotentiale aufdecken zu lassen. Ob im Anschluss gegebenenfalls geeignete Maßnahmen zur effizienteren Nutzung von Energie eingeleitet werden, bleibt der jeweiligen Firma überlassen.

Bei der Auftaktveranstaltung in der Lagerhalle der Bad Dürkheimer Dachdeckerei Walther erläuterte der Energieberater Jonas Groschke, dass je nach Größe des Betriebes bis zu 2 Stunden Zeit für einen solchen Check benötigt werden. Für die Auftaktveranstaltung hatte er bereits im Vorfeld die erforderlichen Daten der Firma erfragt und berichtete, dass hier schon in den vergangenen Jahren sehr aufmerksam gehandelt worden sei. Dennoch konnte er einige wertvolle Tipps geben.

So hatte die Firma bereits im Jahr 2001 eine Photovoltaikanlage auf der Halle errichtet. Damals war es allerdings nur möglich, den Strom in das allgemeine Stromnetz einzuspeisen. Der Tipp des Fachmanns zum demnächst auslaufenden Vertrag mit dem Energieanbieter war, die mit der Anlage jährlich produzierten 20.000 kWh Strom künftig selbst zu nutzen und nicht direkt genutzte Strommengen zu speichern. Dann sei es auch möglich, Elektrogabelstapler, die die Firma in den nächsten Jahren gerne anschaffen möchte, mit diesem Strom zu betreiben.

Als kleinere Maßnahme sei der Austausch der vorhandenen Leuchtstoffröhren gegen wesentlich effizientere LED-Röhren denkbar. Die Beleuchtung sei in vielen Betrieben ein energierelevantes Thema.

Auch die Glasbausteine in der Seitenwand der mit einer Umluftstückholzheizung erwärmten Halle fielen dem Fachmann auf. Sie brächten zwar Licht in die Halle, würden aber mit einem schlechten U-Wert (Anm: das ist der Wärmedurchgangskoeffizient) unnötig Energie entweichen lassen.

Groschke empfahl zudem, die Zeiteinstellung der Heizung von Zeit zu Zeit zu überprüfen und die jeweiligen Einstellungen in einem Datenblatt festzuhalten. Allein durch die Bewusstmachung, welche Energie wann benötigt werde, lasse sich bis zu 10 Prozent einsparen.

Auch wenn die Firma in den Mitarbeiterduschen bereits Druckarmaturen installiert hat, damit kein unnötiges Wasser verschwendet wird, hatte der Fachmann noch den Tipp, die Duschköpfe gegen wassersparendere Modelle auszutauschen.

Abschließend überreichte der Energieberater ein Protokoll mit den wesentlichen Informationen des durchgeführten Energiechecks an die beiden Geschäftsführer Petra Dick-Walther und Ralf Walther. Grundsätzlich enthalte ein solches auch Hinweise auf vorhandene Förderprogramme.

Peter Zentner von der Energieagentur Rheinland-Pfalz hob hervor, dass es in Deutschland eine gute Förderlandschaft gebe, das Thema sei aber sehr komplex. Unterstützung könnten sich interessierte Firmen über die Energieagentur bzw. die Energieberater einholen, dies ginge allerdings über die Energiekarawane hinaus. Thomas Giel ergänzte, dass in diesem Bereich auch der künftige Klimaschutzmanager der Stadt Bad Dürkheim ein guter Ansprechpartner sei.

Petra Müller vom Fachbereich Bauen der Stadt Bad Dürkheim wies darauf hin, dass über die Einsparmöglichkeiten einzelner Betriebe hinaus weitere Potenziale durch Zusammenarbeit und Kooperation mehrerer Betriebe in engerem räumlichen Umfeld denkbar seien. Deshalb wolle die Stadt im Anschluss an die Energiekarawane mit dem Gruppenberatungsprozess „EnergieProFit“ im Gewerbegebiet Bruch Bedarf und Möglichkeiten für die Schaffung und die Nutzung einer gemeinsamen betrieblichen Infrastruktur, z.B. in den Bereichen der Abwärmenutzung, der Nahwärme, der ÖPNV-Anbindung, dem Carsharing, dem Carpooling, der kollektiven Nutzung von Photovoltaikanlagen, der Solarthermie und anderer Energieeffizienzmaßnahmen ermitteln. Darauf aufbauend wolle man im nächsten Schritt ein energetisches Quartierskonzept erarbeiten.

Die Energiekarawane geht noch bis zum 15. März. An einer Teilnahme interessierte kleine und mittlere Unternehmen können sich unter klimaschutz@bad-duerkheim.de oder telefonisch unter 06322 935212 melden.

 Auftakt der KMU-Energiekarawane

v.l.n.r.: Peter Zentner (Energieagentur Rheinland-Pfalz), Ralf Walther (Geschäftsführer Dachdeckerei Walther), Thomas Giel (Vorsitzender des Klimabeirates), Petra Dick-Walther (Geschäftsführerin der Dachdeckerei Walther), Natalia Koch (Stadt Bad Dürkheim) und Energieberater Jonas Groschke (New Engineering) vor der Lagerhalle, auf deren Dach seit vielen Jahren eine Photovoltaikanlage installiert ist.

 

am 11.02.2020 veröffentlicht