Wettbewerb insektenfreundlicher Garten und Balkon

Wettbewerb insektenfreundlicher Garten und Balkon 2021

"Artenvielfalt im Garten - Bad Dürkheim blüht auf"

Die Besichtigungen der teilgenommen Gärten und Balkone haben stattgefunden. Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmenden, die uns ihre Haus- und Wohnungstüren geöffnet haben, damit wir uns die Gärten und Balkone anschauen konnten. Es war toll zu sehen, was in Bad Dürkheim in großen und kleinen Gärten und auf Balkonen alles für die Insekten getan wird. 
Aktuell werden die Ergebnisse beraten und die gemachten Bilder gesichtet, um die Siegerinnen und Sieger der einzelnen Kategorien festzulegen. Die Preisverleihung wird am 16. September um 17 Uhr im Kurpark Ost stattfinden. 

Der Rückgang der Insektenvielfalt und der Gesamtbiomasse der Fluginsekten ist auch in Bad Dürkheim ein Thema. Bereits im vergangenen Jahr hat die Stadtverwaltung den Wettbewerb "Insektenfreundlicher Garten und Balkon" veranstaltet. Dieser hat gezeigt, dass schon in einigen Gärten fleißig etwas für die Insektenvielfalt getan wird.

Mit dem Wettbewerb im Jahr 2021 unter dem Motto "Artenvielfalt im Garten - Bad Dürkheim blüht auf" möchte die Stadt den Trend der naturnahen Gestaltung von Gärten und Balkonen weiter unterstützen. Für die Wettbewerbsbegleitung in 2021 konnte erneut die fachkundige Jury aus dem Vorjahr gewonnen werden. Sie setzt sich zusammen aus Herrn Dr. Wieland (Pfalzmuseum), Frau Baum (Pollichia), Herrn Hess (Imkerverein Bad Dürkheim) und Frau Ziegler (Leiterin Stadtgärtnerei). Darüber hinaus wurden ein paar Neuerungen und Ergänzungen im Wettbewerb aufgenommen.


Berichterstattung zum Wettbewerb

In einer kleinen Interviewreihe möchten wir Ihnen einige Beispiele von Bad Dürkheimer Gärten und Balkonen sowie die dazugehörigen Gärtner:innen vorstellen.


  • Klaus Brand, Balkon (ca. 4m²) im Triftweg

    Wie kamen Sie dazu Ihren Balkon insektenfreundlich zu gestalten?

    „Tatsächlich liegt mir das Thema der Erhaltung unserer natürlichen Umwelt schon länger am Herzen. Auf meinem Balkon habe schon lange meine kleine Küchenkräuterzucht genossen, was man durchaus wörtlich nehmen kann. Der Impuls, auch auf meinem kleinen Balkon etwas aktiv für die Insekten zu tun, kam durch den Wettbewerb der Stadt Bad Dürkheim. So habe ich in diesem Jahr erstmalig meinen ganzen Balkon unter das Insektenmotto gestellt, und mich kundig gemacht.“

    Was ist bei Ihnen besonders?

    „In meinen Blumenkästen sind vorwiegend heimische Kräuter gesetzt, die zusätzlich durch Blühpflanzen abgewechselt werden. Da blüht die Katzenminze, die eine hervorragende Bienenweide ist neben dem Liebstöckel. Der Lavendel fühlt sich neben dem Bohnenkraut und dem Thymian besonders wohl und vieles andere mehr. Zudem lasse ich alle Kräuter auch zur Blüte kommen. Borretsch und Salbei blühen selbst wunderschön und ziehen einige Insekten an. Selbst Petersilie, die noch aus dem letzten Jahr übriggeblieben ist, treibt ihre unscheinbaren Blüten. Alle Blumen haben offene und nicht gefüllte Blüten, damit die Insekten auch an ihr Futter kommen. Erstmalig habe ich zudem ein Insektenhotel angebracht, das auch schon von den ersten Bewohnern angenommen wurde.“

    Welche Tipps würden Sie den anderen Garten-/ Balkonbesitzern mit auf den Weg geben wollen?

    „Kein Balkon und keine Fläche ist zu klein, um nicht doch etwas Nützliches und in meinen Augen etwas Wunderschönes zum Wohl unserer Insekten zu unternehmen. Fangt einfach an!“


  • Peter und Arne Reinert, großer Garten (ca. 400m²) im Pinienweg

    Wie seid Ihr dazu gekommen die Wiese insektenfreundlich zu gestalten?

    „Wir wollten viele Blumen und keine Rasenfläche, es sollte einfach schön aussehen. Die Insekten kamen dann nach und nach dazu. Angefangen haben wir mit Mutterboden, in den wir eine Saatmischung für eine Pferdeweise eingesät haben, die Blütenpflanzen enthält. Außerdem haben wir bei der Offenen KreativWerkstatt Insektenhotels gebaut und Samenbomben hergestellt. Leider sind die Samenbomben nicht so gut angewachsen, weil schon so viele anderen Pflanzen auf der Weise standen. Damit wir einen Überblick haben, was bei uns wächst und schon gewachsen ist, haben wir von allen Pflanzen Skizzen gezeichnet, die wir nach Jahren sortiert sammeln.“

    Was ist bei Euch besonders?

    „Eigentlich ist es eine normale Wiese, die gibt es ja aber so fast nicht mehr. Wir mähen seit 4 Jahren nur Wege in die Wiese rein, mehr nicht. Auf den gemähten Wegen sind Gänseblümchen immer das erste was wieder wächst. Einmal sind wir mit dem Rechen über die ganze Wiese gegangen. Dabei haben wir ganz viel Moos und abgestorbene Pflanzenteile rausgeholt. Das war ein ganz schöner Haufen. Wir haben außer der Wiese drei Hochbeete in denen wir Tomaten, Kartoffeln, Himbeeren, Erdbeeren und Blumen anpflanzen. Die Hochbeete sind der einzige Bereich, der gegossen wird.“

    Welche Tipps würdet Ihr den anderen Garten-/ Balkonbesitzern mit auf den Weg geben wollen?

    „Auf keinen Fall Rollrasen und Kirschlorbeer pflanzen, das macht fast jeder und das hilft den Insekten ja leider nicht. Am besten einfach mal was aussäen und schauen was dann passiert. Kornblumen finden wir besonders schön.“


  • Sabine Köpp, großer Garten (ca. 800m²) in der Schenkenböhlstraße

    Wie kamen Sie dazu Ihren Garten insektenfreundlich zu gestalten?

    „Als wir den Garten vor 10 Jahren gepachtet hatten, dachten wir als erstes an einen Nutzgarten. Mit seinen 15 Obstbäumen und diversen Beerensträuchern war schon mal ein reichliches Angebot für diverse Insekten vorhanden. Ich hatte dann ein paar Jahre 2 Bienenvölker und wollte ihnen vor Ort ein breites Angebot bieten und habe Stück für Stück den Garten dahingehend umgestaltet.“

    Was ist bei Ihnen besonders?

    „Inzwischen sind ganz verschieden Bereiche entstanden. Neben dem Nutzgarten gibt es viele wilde Ecken. Es gibt eine große Wiese, die nur ein-bis zweimal im Jahr gemäht wird. Das war nicht immer so. Inzwischen werden wir dafür belohnt: Jedes Jahr tauchen neue Pflanzen und Tiere auf. Außerdem gibt es eine Benjeshecke und Steinhaufen, die Unterschlupf bieten. Wir können beobachten, wie die Artenvielfalt zunimmt. Natürlich kommen keine Gifte zum Einsatz. Ich besorge mir ständig Samen von Pflanzen, von denen ich noch nie gehört habe, das macht einfach Spaß.“

    Welche Tipps würden Sie den anderen Garten-/ Balkonbesitzern mit auf den Weg geben wollen?

    „In meinen Augen gibt es keinen Menschen, der “keinen grünen Daumen” hat. Egal ob man einen kleinen oder einen großen Garten hat, oder einen Balkon, es macht Freude, Flora und Fauna in ihrer Entwicklung zu beobachten. Gelassen und geduldig bleiben, wenn nicht alles nach Plan geht. Einfach ausprobieren, mutig und kreativ sein!“


Insektenfreundlich, aber wie?

Schauen Sie doch mal auf der Seite "Bad Dürkheim insektenfreundlich" vorbei. Hier finden sie Infos, Tipps und Maßnahmenvorschläge für insektenfreundliche Gestaltungen.