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Stellungnahme Initiative Alte Stadtgärtnerei

STELLUNGNAHME

DER INITIATIVE ALTE STADTGÄRTNEREI | KLARE SACHE: BAD DÜRKHEIM BRAUCHT DIESES HOTEL NICHT

Welche Darstellung der Dimensionen des geplanten Hotels nun richtig oder falsch ist oder der Realität am nächsten kommt, war bereits Gegenstand einer uns aufgezwungenen gerichtlichen Auseinandersetzung. Das Verfahren endete mit einer gütlichen Einigung.

In der Sache führt dieser Streit nicht weiter. Denn die Kernfragen sind doch: Wollen die DürkheimerInnen dieses Hotel? Wollen sie, dass das Filet-Grundstück der Alten Stadtgärtnerei zugunsten dieses Hotelprojekts verkauft wird? Und: Braucht die Kurstadt dieses Hotel?

Für viele BürgerInnen hat der Tourismus seine Grenzen erreicht. Manchen wird es oft schon zu viel.

Aus unserer Sicht braucht die Kurstadt dieses Hotel nicht, schon gar nicht in dieser Größe. Die Bettenauslastung der Dürkheimer Herbergsbetriebe von unter 50% im Jahresdurchschnitt (Statistisches Landesamt) begründet nach unserer Auffassung jedenfalls keinen Bedarf für dieses Hotel. Ein unabhängiges Sachverständigengutachten hat die Stadt dazu nicht vorgelegt. Sie verlässt sich allein auf die Vorstellungen der Planer, die naturgemäß ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen verfolgen, und auf die nach unserer Auffassung nicht nachvollziehbaren Analysen und einseitigen Interpretationen des Amtsleiters Tourismus und Kultur, der die Dürkheimer Herbergsbetriebe schlechter darstellt, als sie sind.

Wir haben eingehend begründet, dass – entgegen der von Stadtverwaltung geschürten Hoffnung – der von den Entwicklern vorgestellte künftige Betreiber keine qualitative Verbesserung des Dürkheimer Übernachtungsangebots erwarten lässt. Wir halten es auch nur für einen frommen Wunsch, dass die Gäste in diesem Hotel länger verweilen werden. All diese Argumente sind nach unserer Auffassung gezielte Stimmungsmache für das Hotelprojekt. Dass, wie die Initiatoren glauben machen wollen, nur ein Hotel dieser Größe wirtschaftlich zu betreiben wäre, widerlegen die zahlreichen kleineren erfolgreichen (Hotel-)Betriebe entlang der Deutschen Weinstraße. Sie alle leben wohl nicht vom „Drauflegen“. Andernorts in der Pfalz werden aktuell Hotels durchaus mit etwa 60 Betten geplant. Das kann offenbar auch ein erfolgversprechendes Geschäftsmodell sein.

Für das allein aus diesen Gründen schon fragwürdige Dürkheimer Hotelprojekt soll eines der letzten Weinbergtäler unserer Heimat geopfert werden, das auch der Naherholung dient. Der Baukörper des geplanten Hotels stört in unseren Augen massiv das Bild einer Kulturlandschaft, die mit ihrer prägenden Kalkriffkante vor Urzeiten geformt wurde. Das Hotel führt zu Landverbrauch und wird zusätzliche Flächen versiegeln. Es führt nicht nur zu vermehrten Frostschäden in benachbarten Premiumlagen des Dürkheimer Weinbaus. Womöglich wird der Gebäudekörper das Bioklima nach Süden Richtung Isenachtal auch bis in die Kernstadt beeinträchtigen.

Es gibt darüber hinaus viele gute Gründe gegen den Verkauf der Alten Stadtgärtnerei und das Hotelprojekt. Und manche Fragen sind bis heute nicht beantwortet:

  • Ist die Ver- und Entsorgung für Wasser und Abwasser auf Dauer über die bestehende Infrastruktur gesichert, oder sind Folgekosten für deren Erweiterung zu erwarten, die die Stadt und damit letztlich die DürkheimerInnen bezahlen?
  • Wie fahren Mitarbeiter und Zulieferer das Hotel an?
  • Wollen wir Rebzeilen in Premium-Weinlagen einer Blechlawine opfern?
  • Entspricht der 2018/2019 ausgehandelte Grundstückspreis dem realen Verkehrswert zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung, wann immer sie stattfinden wird?
  • Bietet der Käufer oder der zukünftige Betreiber – wer immer es schlussendlich sein mag – die Gewähr, dass auf lange Sicht in Bad Dürkheim eine zusätzliche Wertschöpfung erfolgt und in der Stadtkasse neben einem vielleicht erhöhten Gästebeitragsaufkommen auch tatsächlich zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen hängen bleiben?

Weitere Fragen und Antworten, vertiefende Informationen sowie unsere Vorschläge für alternative Nutzungsoptionen finden Sie im Internet unter: www.alte-stadtgaertnerei.com