Menu
Menü

Weitere Schlüsselprojekte im Ausschuss vorgestellt

Neben Zielen, Leitlinien und einem umfangreichen Maßnahmenkatalog wird das klimafreundliche Mobilitätskonzept der Stadt Bad Dürkheim einige Schlüsselprojekte enthalten, von denen bereits die meisten in der öffentlichen Sitzung des Bau- und Entwicklungsausschusses Mitte November vorgestellt wurden. In der ebenfalls öffentlichen Sitzung des Bau- und Entwicklungsausschusses am 24. Januar präsentierte das Planungsbüro PTV Transport Consult GmbH sechs weitere Schlüsselprojekte, die nun in den Fraktionen diskutiert und besprochen werden sollen.

Wichtig ist die Auseinandersetzung mit den Fußgängerhauptrouten und Fußgängerquerungen, die die Planer als erstes Schlüsselprojekt vorstellten. So sollten insbesondere die Hauptrouten zur Anbindung zentraler Ziele, beispielsweise des Bahnhofs, der Fußgängerzone, des Wurstmarktplatzes und der Schulen sicher und umwegarm begehbar sein. PTV zeigte das Hauptroutennetz auf und schlug vor, dieses gemeinsam mit Bürgern und Schulen weiterzuentwickeln. Die Planer wiesen auf fehlende Fußgängerquerungen innerhalb dieses Wegenetzes hin und schlugen neun Stellen vor, an denen Querungsmöglichkeiten eingerichtet werden sollten: in der Mannheimer Straße zwischen Bahnhof und Innenstadt, im Kreuzungsbereich Gaustraße, Schillerstraße, Limburgstraße, Leiningerstraße, im Kreuzungsbereich Gaustraße, Eichstraße, Kaiserslauterer Straße Römerstraße, am Kreisverkehr Wasserhohl, Fronhofallee, Obstmarkt, im Kreuzungsbereich Holzweg, Eduard-Jost-Straße, Schützenstraße, im Kreuzungsbereich Gutleutstraße, Triftweg, im Kreuzungsbereich Friedelsheimer Straße, Wasserhohl, Haidfeldweg, im Kreuzungsbereich Amtsplatz sowie in der Mannheimer Straße beim netto-Markt (Optimierung der vorhandenen Querung).

Ein Konflikt des Fußgängerverkehrs mit dem fließenden Kfz-Verkehr liegt auch dem Schlüsselprojekt Schillerstraße / Gaustraße zugrunde. Der sehr enge Straßenraum und die schmalen Seitenstreifen stellen nach Ansicht der Planer ein Problem für die wichtige Fußwegeverbindung zwischen Seebach und Innenstadt dar. So schlugen sie für die Schillerstraße die Einrichtung einer Einbahnstraße zwischen Kemptener Straße und Gaustraße mit Fahrtrichtung Innenstadt und für die Gaustraße zwischen Schillerstraße und Hans-Koller-Straße Richtung Süden vor. Damit einher gehen solle die Umgestaltung des Straßenraums mit Verbreiterung der Seitenräume und ergänzenden Verkehrsberuhigungsmaßnahmen. In der Folge müssten einige Parkräume in diesen Abschnitten entfallen.

Beim Schlüsselprojekt Seebacher Straße / Hammelstalstraße analysieren die Planer fehlende Markierungen der Parkstände und fehlende Halteverbote, durch die der Verkehrsfluss beeinträchtigt werde, insbesondere durch Parken in Haltestellenbereichen und auf Gehwegen. Die ansonsten gradlinigen Straßenverläufe würden zur Erhöhung der gefahrenen Geschwindigkeit beitragen. Deshalb schlägt PTV eine Verbesserung der Parkstandsanordnung durch Markierungen auf der Fahrbahn, Bildung von Fahrgassenversätzen, beidseitig abwechselnde Halteverbote und beidseitige Halteverbote in Haltestellenbereichen vor. Weitere Maßnahmen könnten die Verbesserung der Querungsstelle in Höhe Käsbüro und die Verlegung der Bushaltestelle im Einmündungsbereich Mozartstraße in Richtung Nordosten sein. Ein weiterer Vorschlag ist die Einführung von Tempo 30 sowohl in der Seebacher Straße als auch in der Hammelstalstraße.

Täglich mit 3000 bis 4000 Fahrzeugen je Richtung befahren ist die Ortsdurchfahrt Ungstein, ebenfalls ein Schlüsselprojekt. Dennoch sind die Straßen hier gekennzeichnet durch wenig Raum und schmale bzw. teils nicht vorhandene Seitenbereiche. Die Einführung von Tempo 30, die Reduzierung des ruhenden Verkehrs zugunsten der Fußgänger, die Verengung der Fahrbahn unter Beibehaltung der erforderlichen Fahrbahnbreite und die Abgrenzung des Seitenraumes z.B. durch Blumenkübel, sind Maßnahmen, die PTV vorschlug, um in diesem Stadtteil eine Verbesserung der Verkehrssituation für alle Verkehrsteilnehmer erreichen zu können.

Ähnlich die Situation beim fünften der vorgestellten Schlüsselprojekte. Auch in der Ortsdurchfahrt Leistadt steht nur ein schmaler Straßenraum und schmaler bis gar kein Seitenraum zur Verfügung. Das Straßenbild sei durch Asphalt geprägt, weitere Gestaltungselemente nicht vorhanden und die Sichtbarkeit der Bushaltestellen schlecht, wiesen die Planer hin. Ein Straßenumbau mit attraktiver Straßenraumgestaltung sei notwendig. Bürgermeister Christoph Glogger erläuterte, dass es einen ersten Entwurf zum Ausbau der Hauptstraße gebe, der die Platzierung von Engstellen vorsehe, an denen lediglich eine einspurige Verkehrsführung möglich sei.

Mit der Einrichtung eines Parkleitsystems möchte PTV die Parksuchverkehre aus der Innenstadt heraushalten und den Verkehr auch bei größeren Veranstaltungen besser steuern. Hierzu plädierte das Planungsbüro dafür, drei Bereiche zu definieren: innenstadtnahe Parkplätze wie beispielsweise den Wurstmarktplatz, Parkhäuser und Bedarfsparkplätze für Veranstaltungen. Die Führung des Verkehrs soll vorrangig über Hauptverkehrsstraßen erfolgen, die Beschilderung auch die Kostenpflicht einzelner Angebote anzeigen. In der Folge könnten bewirtschaftete Parkflächen im Innenstadtbereich reduziert, bzw. dem Anwohnerparken umgewidmet werden. Daneben schlägt PTV eine Erhöhung der Parkgebühren auf 1 Euro pro Stunde und eine Verringerung der Höchstparkdauer auf 60 Minuten für die Innenstadtparkplätze vor.

Nach der Beratung in den Fraktionen wird sich der Bauausschuss im März in einer Sondersitzung nicht nur mit den Schlüsselprojekten, sondern mit dem dann kompletten Mobilitätskonzept beschäftigen. Dieses soll dann im April im Stadtrat beschlossen werden.

Die von PTV gezeigte Präsentation mit weiteren Informationen kann im Bürgerinformationssystem unter http://buergerinfo.desvdue2.de/buergerinfo/ aufgerufen werden.