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Stadt Bad Dürkheim führt inklusives Betreuungsangebot in der Kita Schatzkiste weiter
Stadt würdigt jahrzehntelange Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe und richtet Angebot auf veränderte Rahmenbedingungen aus.
Die Stadt Bad Dürkheim möchte das inklusive Betreuungsangebot in der Kita Schatzkiste auch künftig sichern. Vor dem Hintergrund veränderter rechtlicher, finanzieller und fachlicher Rahmenbedingungen soll die Einrichtung künftig in alleiniger kommunaler Trägerschaft weitergeführt werden. Vorgesehen sind bis zu zehn Betreuungsplätze für Kinder mit individuellem behinderungsbedingtem Mehrbedarf, vorrangig für Kinder aus Bad Dürkheim. Der Stadtrat hat sich in seiner Sitzung am Dienstag, 27. Oktober 2026, mit der zukünftigen Ausgestaltung des Angebots befasst und dies einstimmig beschlossen.
Seit Mitte der 1980er-Jahre arbeiten die Stadt Bad Dürkheim und die Lebenshilfe Bad Dürkheim e. V. daran, Kindern mit und ohne Behinderung gemeinsames Aufwachsen und individuelle Förderung zu ermöglichen. Über Jahrzehnte hinweg wurde das integrative Betreuungsangebot gemeinsam weiterentwickelt und an neue Anforderungen angepasst. Auch die Gründung der Gemeinschaftskindergarten Leistadt GbR und der spätere Umzug in die Kita Schatzkiste waren wichtige Schritte, um das Angebot unter veränderten Bedingungen zu erhalten.
„Die langjährige Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe ist für uns von großem Wert. Gemeinsam wurde über Jahrzehnte viel für Kinder mit und ohne Behinderung und ihre Familien erreicht. Für dieses Engagement, die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Bereitschaft, auch bei schwierigen Veränderungen immer wieder nach Lösungen zu suchen, sind wir sehr dankbar“, sagt Bürgermeisterin Natalie Bauernschmitt.
Veränderte Rahmenbedingungen erfordern eine Neuordnung
In den vergangenen Jahren haben sich die Voraussetzungen für die inklusive Kindertagesbetreuung deutlich verändert. Neben neuen gesetzlichen Grundlagen und einer veränderten Finanzierungsstruktur der Eingliederungshilfe haben sich auch die Unterstützungsbedarfe der Kinder weiterentwickelt. Zugleich wurde die Zahl der vorgesehenen Förderplätze auf maximal zehn reduziert.
Vor diesem Hintergrund hat die Lebenshilfe die bisherige gemeinsame Trägerschaft neu bewertet. Insbesondere die noch zu klärende Finanzierung der behinderungsbedingten Leistungen sowie der hohe organisatorische und administrative Aufwand stehen aus ihrer Sicht bei einer entsprechend reduzierten Platzzahl nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis. Die bisherige Form der gemeinsamen Trägerschaft soll deshalb nicht fortgeführt werden.
„Die Entscheidung, uns aus der GbR zurückzuziehen, ist uns nach Jahrzehnten erfolgreicher Zusammenarbeit nicht leichtgefallen. Ihr ging ein langer und intensiver Abwägungsprozess aufgrund verschiedener veränderter Rahmenbedingungen voraus. Umso mehr freuen wir uns, dass die Stadt Bad Dürkheim den Kindergarten und das inklusive Betreuungsangebot aufrechterhält“, so Sven Mayer, Leiter der Lebenshilfe Bad Dürkheim.
Damit wird weder die langjährige Zusammenarbeit infrage gestellt noch das gemeinsame Anliegen der Inklusion aufgegeben. Vielmehr erfordern die veränderten fachlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen eine Anpassung der bisherigen Strukturen.
Inklusive Betreuung in kommunaler Trägerschaft sichern
Um das Angebot langfristig zu erhalten, möchte die Stadt Bad Dürkheim die Betreuung künftig in eigener Verantwortung weiterführen.
„Uns ist wichtig, dass die Kinder weiterhin gut betreut werden und die Umstellung für sie und ihre Familien möglichst reibungslos verläuft. Die Kinder, die derzeit aus dem Landkreis in der Kita Schatzkiste betreut werden, können ihre Kitazeit dort wie gewohnt beenden. Auch für die Eltern soll sich im Alltag nichts ändern. Den Mitarbeitenden der Lebenshilfe möchten wir zudem die Möglichkeit eröffnen, ihre Tätigkeit künftig in kommunaler Trägerschaft fortzusetzen. So können wir auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren und gleichzeitig die Kontinuität der Betreuung sichern“, erklärt Sozialdezernentin Angela Strobel.
Als nächste Schritte stehen die Gespräche mit dem zuständigen Träger der Eingliederungshilfe und dem Kreisjugendamt über die Finanzierung des individuellen behinderungsbedingten Mehrbedarfs an. Parallel dazu wird die Stadt die notwendigen organisatorischen und personellen Voraussetzungen für die weitere Umsetzung schaffen.
Mit der Neuordnung der Trägerschaft endet ein Kapitel der langjährigen Zusammenarbeit in ihrer bisherigen Form. Zugleich soll eine tragfähige Grundlage dafür entstehen, die Tradition der gemeinsamen Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung in Bad Dürkheim auch künftig fortzusetzen.

