Schriftzug RATHAUS am Gebäude Rathaus der Stadt Bad Dürkheim

Stilles Gedenken am Obermarkt: Bad Dürkheim erinnert an die Deportation jüdischer Mitbürger

Am 22. Oktober 2026 erinnerte die Stadt Bad Dürkheim am Gedenkstein auf dem Obermarkt an die Deportation ihrer jüdischen Mitbürger vor 86 Jahren. Das stille Gedenken galt zugleich allen jüdischen Bürgern aus Bad Dürkheim, die während der Zeit des Nationalsozialismus entrechtet, verfolgt und ermordet wurden.

Am 22. Oktober 1940 wurden 18 jüdische Bürger aus Bad Dürkheim gemeinsam mit mehr als 6.500 weiteren Menschen jüdischen Glaubens aus der Pfalz und Baden in das französische Internierungslager Gurs deportiert. Viele von ihnen überlebten die Verfolgung nicht.

Stellvertretend für die Stadtverwaltung nahm in diesem Jahr der Erste Beigeordnete Claudius Güther am stillen Gedenken teil. Gemeinsam mit den weiteren Teilnehmern erinnerte er am Gedenkstein auf dem Obermarkt an die Schicksale der deportierten Menschen.

Die Stadt Bad Dürkheim erinnert jedes Jahr am 22. Oktober an dieses dunkle Kapitel ihrer Geschichte. Am Morgen des 22. Oktober 1940 wurden die jüdischen Bürger an ihren Wohnorten festgesetzt und gezwungen, innerhalb weniger Stunden ihre Wohnungen zu verlassen. Sie durften lediglich 50 Kilogramm Gepäck und 100 Reichsmark mitnehmen. Unter Bewachung wurden sie zu Sammelstellen gebracht und anschließend nach Gurs deportiert. Die Lebensbedingungen im Lager waren katastrophal. Viele Menschen starben an Hunger, Krankheiten und Entkräftung. Andere wurden später in nationalsozialistische Vernichtungslager verschleppt und dort ermordet.

Das jährliche Gedenken am Obermarkt hält die Erinnerung an die Opfer wach und mahnt zugleich, auch heute jeder Form von Antisemitismus, Hass und Ausgrenzung entgegenzutreten. Die Stadt Bad Dürkheim sieht darin eine bleibende Verantwortung gegenüber den Opfern und ihren Familien sowie gegenüber kommenden Generationen.